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Politik

Mit der Verfassung von 1967 wurde eine demokratische, rechtsstaatliche Präsidialrepublik verankert. Der Staatsaufbau ist zentralistisch, die 19 Provinzen (Departamentos) haben nur eine geringe Selbstverwaltung. Jedoch verfügt jedes Departamento über ein Junta Departamental genanntes, aus jeweils 31 Abgeordneten ( Ediles) bestehendes Parlament als Legislativ-Organ. Dieses wird ebenso wie der die Exekutive leitende Intendente eines jeden Departamentos im Fünf-Jahres-Turnus per Direktwahl gewählt.[19] Die Hauptstadt Montevideo, in der knapp die Hälfte der Uruguayer lebt, dominiert das wirtschaftliche und kulturelle Geschehen. Uruguay ist eine parlamentarische Demokratie, in der Parteienpluralismus herrscht.

Im Demokratieindex 2016 belegt Uruguay Platz 19 von 167 Ländern, womit es als eine „vollständige Demokratie“ gilt. Das Land erreicht die beste Platzierung in Lateinamerika.[20]

Verfassung und politisches System

Die Verfassung von Uruguay[21] hat die Verfassung Spaniens zum Vorbild, wurde am 27. November 1966 verabschiedet und trat im Februar 1967 in Kraft. Am 27. Juni 1973 setzte die Militärregierung die Verfassung außer Kraft, sie scheiterte jedoch mit der Durchsetzung einer neuen Verfassung per Referendum am 30. November 1980. Seitdem gab es zwei Verfassungsänderungen, die jeweils durch Plebiszit angenommen wurden, und zwar am 26. November 1989 und am 7. Januar 1997.

Die Verfassung ist in 332 Artikel in 19 Sektionen gegliedert, dazu kommt eine Spezialsektion, die Übergangs- und Ausnahmeperioden (Disposiciones transitorias y especiales) regelt.

Wichtige Eckpunkte der Verfassung sind:

  • Souveränität (Soberanía): Uruguay ist ein Einheitsstaat, der von keiner ausländischen Macht abhängt, pazifistisch ist und sich in die Organisationen von Lateinamerika (speziell wirtschaftlicher Natur) einbringt. Es herrscht Laizismus (Laicismo).
  • Rechte und Pflichten (Derechos y Deberes): Alle Bürger sind frei, haben die Pflicht zu wählen (ab 18 Jahren) und haben Recht auf Ehre, Freiheit, Sicherheit, Arbeit und Privateigentum (honor, libertad, seguridad, trabajo y propiedad). Alle Bürger sind vor dem Recht gleich. Es herrscht Presse-, Versammlungs- und Redefreiheit.
  • Staatsbürgerschaft (Ciudadanía): Jeder, der auf dem Gebiet Uruguays geboren wird, bekommt die Staatsbürgerschaft Uruguays. Jede Familie, die seit mehr als drei Jahren unbescholten in Uruguay lebt und über ein Mindestkapital verfügt, kann die Staatsbürgerschaft beantragen. Personen, die sich durch besondere Ehren (méritos relevantes) oder Verdienste um die Nation (servicios notables) auszeichnen, können ebenfalls die uruguayische Staatsbürgerschaft beantragen. Personen, die nicht frei denken können, sich einer schweren Straftat schuldig gemacht haben, die zum Exil verurteilt sind, sich unehrenhafter und ungesetzlicher Tätigkeiten schuldig gemacht haben oder die Organisationen angehören, die gewaltsam die Grundlagen des Staates zerstören wollen, kann die Staatsbürgerschaft entzogen werden.
Palacio Legislativo, (Parlamentsgebäude) in Montevideo

In Uruguay herrscht Gewaltentrennung:

  • Die Exekutive ist auf den Präsidenten der Republik beschränkt. Dieser wird für einen Zeitraum von 5 Jahren gewählt. Eine unmittelbare Wiederwahl im Anschluss an eine Amtszeit ist nicht möglich. Er ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef (Premierminister). Zu seinen Befugnissen gehört die Ernennung und Entlassung der Minister und die Auflösung des Parlaments.[19]
  • Die Legislative wird durch ein Zweikammernparlament dargestellt, das die Bezeichnung ‚Hauptversammlung‘ (Asamblea General) trägt. Die beiden Kammern heißen Senat (Cámara de Senadores) mit 30 Senatoren und Repräsentantenhaus (Cámara de Representantes) mit 99 Abgeordneten. Die Mitglieder beider Kammern werden durch direkte und allgemeine Wahlen (Verhältniswahl) auf 5 Jahre gewählt.
  • Die Judikative liegt in den Händen des Obersten Gerichtshofes, dessen Mitglieder für eine Amtszeit von 10 Jahren durch die Hauptversammlung gewählt werden. Der Oberste Gerichtshof veröffentlicht die Gesetze (oder auch eine neue Verfassung) und ist die höchste rechtliche Instanz des Landes.

Regierung

Der uruguayische Präsident Tabaré Vázquez (l.) und der ehemalige argentinische Präsident Néstor Kirchner

Bei den Wahlen am 31. Oktober 2004 erzielte die bisherige Opposition, das Mitte-Linksbündnis Encuentro Progresista – Frente Amplio (EP-FA) als heterogener Zusammenschluss von Sozialdemokraten, Christdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und ehemaligen Tupamaros 51 Prozent der Stimmen, auch im Senat und Abgeordnetenhaus gewannen sie die absolute Mehrheit der Sitze. Die Blancos konnten ihren Stimmenanteil von bisher 21,5 Prozent auf 34 Prozent steigern, während die Colorados (seit 2002 alleinige Regierungspartei) lediglich 10 Prozent der Stimmen verzeichneten.

Seit 1. März 2015 wird Uruguay von Präsident Tabaré Vázquez Rosas regiert, der dieses Amt bereits von 2005 bis 2010 innehatte. Er war 2005 der erste Präsident seit über 150 Jahren, der weder der Partido Nacional noch der Partido Colorado angehört; er vertritt das Parteienbündnis Frente Amplio (Uruguay), das mit José Mujica auch von 2010 bis 2015 den Präsidenten stellte.

Parteienlandschaft

Flagge der Partido Nacional
Hauptartikel: Parteien in Uruguay

Nach der Gründung des Staates Uruguay etablierte sich ein Zweiparteiensystem. Der konservativen Partido Nacional (früher Partido Blanco ‚Weiße Partei‘) stand die liberale Partido Colorado (‚Rote Partei‘) gegenüber. Die Kommunistische Partei wurde 1985 legalisiert. Seit den frühen 1990er Jahren sind neue Parteien aufgetaucht und haben die Parteienlandschaft belebt.

Innen- und Außenpolitik

Die wichtigsten Themen der uruguayischen Innenpolitik sind die glaubhafte Senkung und Stabilisierung der Inflation, die Senkung der Arbeitslosigkeit und der Auslandsverschuldung. Es gibt großen Reformbedarf in der Organisation des Staates, im Finanzsystem und in der Bildung. Das Land muss seinen außenpolitischen Standpunkt neu definieren, und es braucht Impulse in Forschung und Entwicklung.

Uruguay ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen. So ist das Land Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Seit 1991 ist Uruguay Mitglied der Freihandelszone Mercosur, der außerdem Argentinien, Brasilien, Venezuela und Paraguay angehören.

Es gibt Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn Argentinien um einige Inseln im Mündungsgebiet des Río Uruguay.

Mit dem Ziel einer stärkeren Integration Lateinamerikas ist Uruguay zusammen mit Argentinien, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender telesur beteiligt, der im Juli 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.

Uruguay ist Mitglied bei den Vereinten Nationen (VN), dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Welthandelsorganisation (WTO), der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA), der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), der Lateinamerikanischen Integrationsvereinigung (ALADI), der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) und der Mercosur.

Montevideo ist außerdem der Sitz von ALADI und des Sekretariats von MERCOSUR.

Die OECD führt Uruguay gemeinsam mit 41 anderen Staaten auf der sogenannten grauen Liste, nachdem sie Anfang April 2011 als viertletztes Land von der für das G20-Gipfeltreffen im Kampf gegen Steuerparadiese entworfenen schwarzen Liste gestrichen wurden. Die auf der grauen Liste befindlichen Staaten haben zugesichert, sich internationalen Standards zum Austausch von Finanzdaten zu unterwerfen, führen jedoch noch keine Doppelbesteuerungsabkommen mit wenigstens 12 OECD-Staaten.[22]

Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland

Zwischen Uruguay und der Bundesrepublik Deutschland besteht kein Auslieferungsabkommen. Anlässlich des Besuchs des deutschen Außenministers am 9. März 2010 unterzeichneten die beiden Staaten ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen, das dasjenige vom 17. September 1982 ablöst und eine Lockerung des Bankgeheimnisses mit sich bringt.[23] Bezüglich dieses dem OECD-Musterabkommen angelehnten Abkommens, das die Vermeidung von Doppelbesteuerung und Steuerverkürzung im einkommens- und vermögenssteuerrechtlichen Bereich beinhaltet, brachte die Bundesregierung am 6. Juni 2011 einen Gesetzesentwurf im Bundestag ein, der die Ratifizierungsvoraussetzungen schaffen soll.[24] Die Bundesrepublik Deutschland steht zudem auf dem 7. Platz der Exportmärkte Uruguays und ist in dieser Hinsicht wichtigster Partner innerhalb der EU.[25] Zum 1. Februar 2015 trat ein deutsch-uruguayisches Sozialversicherungsabkommen in Kraft.[26]

Der erste offizielle Staatsbesuch eines deutschen Präsidenten in Uruguay datiert vom 26. November 2003, als Bundespräsident Johannes Rau Staatspräsident Jorge Batlle und den montevideanischen Intendente Mariano Arana traf. Auf der Agenda stand auch ein Besuch in der Mennonitenkolonie Colonia Delta.[27]

Weitere internationale Beziehungen

Insgesamt bestehen Doppelbesteuerungsabkommen mit zwölf Staaten. Im Einzelnen sind dies Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mexiko, Portugal, Schweiz, Spanien und Südkorea.[23] 2012 trat Uruguay als erstes südamerikanisches Land der Organisation internationale de la Francophonie (spanisch: Organización Internacional de la Francofonía) (OIF) als Beobachter bei.[28] Seit 2016 hat das Land zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP).[29]

Rechtssystem

Uruguay hat ein Rechtssystem, das auf dem Code civil und dem spanischen Zivilrechtsystem beruht. Die oberste Instanz ist der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema). Die Richter (fünf Mitglieder) des Obersten Gerichtshofes werden vom Präsidenten nominiert und auf zehn Jahre von der Vollversammlung gewählt. Unter dem Obersten Gerichtshof sprechen Appellations-, Departements- sowie Friedensgerichte Recht.

Die Regierung greift nicht in die Rechtsprechung ein. Die Justiz ist unabhängig und Korruption bei der Justiz ist, anders als in den Nachbarstaaten, kein großes Problem. Von Bürgern wie von ausländischen Investoren wird jedoch häufig beklagt, dass das Justizsystem in Uruguay sehr langsam arbeitet.

Militär

Hauptartikel: Fuerzas Armadas del Uruguay
Uruguayischer Westland Wessex auf der USS Oak Hill (LSD-51)

Uruguay definiert sich als friedliches Land, dessen Streitkräfte (die Fuerzas armadas del Uruguay) nur für den Verteidigungsfall existieren. Das Militär hat eine Stärke von etwa 23.500 Mann, das sich in ein Heer, eine Marine und eine Luftwaffe aufteilt. Uruguay gab 2017 knapp 2,1 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,2 Mrd. US-Dollar für seine Streitkräfte aus.[30]

1754 uruguayische Soldaten sind zurzeit an elf Friedensmissionen der UNO beteiligt. Das größte Kontingent befindet sich in der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Zaire), nämlich 1549 Mann, wo die Soldaten einen Sektor des Landes kontrollieren. Außerdem sind 60 Soldaten auf dem Sinai stationiert.

Heer

Das Heer (Ejército Nacional) hat etwa eine Mannstärke von 14.500 Mann und ist in vier Divisionen unterteilt.

Marine

Die Marine (Armada Nacional) inklusive der Küstenwache (Prefectura Nacional Naval) hat eine Mannstärke von knapp 5000 Mann. Sie ist ausgerüstet mit drei Fregatten, drei Patrouillenbooten, drei Minenräumern und anderen kleinen Booten. Zur Marine gehört auch ein Marine-Corps (Cuerpo de Fusileros Navales), das in vier Brigaden (Kompanie-Stärke) unterteilt ist. Die Marine verwendet folgende Hubschrauber und Flugzeuge: Beechcraft T-34C Mentor, S-2 Tracker, Westland Wessex, Beech King Air 200 und BAe Jetstream.

Luftwaffe

Die Luftwaffe (Fuerza Aérea Uruguaya) hat eine Mannstärke von 3000 Mann und ist ausgerüstet mit FMA IA-58 Pucará und Cessna A-37B Dragonfly. Als Trainingsflugzeuge werden verwendet: die Aermacchi SF-260, Beechcraft B-58 Baron und Pilatus PC-7. Als Transportflugzeuge werden verwendet: die Lockheed C-130B Hercules, Embraer EMB 110 Bandeirante, Embraer EMB 120 Brasilia, Casa C-212-200 Aviocar, Cessna 206H Stationair und Cessna T-41D Mescalero. Folgende Hubschrauber setzt die Luftwaffe ein: Bell UH-1H Iroquois, Bell 212, Eurocopter AS-365 N2 Dauphin und Westland HC-2 Wessex.

Sozialstaat

Uruguay ist ein alter (das Land war einer der ersten Wohlfahrtsstaaten Südamerikas), dicht ausgebauter bürokratischer Sozialstaat nach europäischem Vorbild mit traditionell hohem Anspruchsniveau, der seit Jahrzehnten nicht mehr hinreichend leistungsfähig und verarmt ist. Chancengleichheit ist im Grundsatz gegeben (wenn auch inzwischen auf vergleichsweise niedrigem Niveau). Sozialstaatliche Ansprüche werden grundsätzlich eingelöst, sind aber abgewertet. Eine zentrale Aufgabe der Politik ist – nach neoliberaler Auffassung – der Umbau der schwerfälligen Mechanismen des hergebrachten Sozialstaats (z. B. beim Kündigungsschutz und der Neigung zur schnellen Frühverrentung, im privilegierten und überbesetzten öffentlichen Dienst) und die Modernisierung der Systeme. Dies gilt insbesondere für die Arbeitslosen- und Sozialversicherung, auch aufgrund der demographischen Stagnation, der zwischenzeitlich wieder angestiegenen, um zeitweilig um die 15-%-Marke schwankenden Arbeitslosenrate und der Zunahme von informellen und rechtlich ungesicherten prekären und Teilzeit-Arbeitsverhältnissen.

Diese Reformen haben begonnen, unter anderem mit einer Teilprivatisierung der Sozialversicherung, sind aber aus neo-liberaler Sicht noch nicht überzeugend vorangekommen. Die tief verwurzelte Anerkennung sozialer Ansprüche, Rechte und Verpflichtungen, der traditionelle sozialstaatliche Konsens und eingeübte Formen von Sozialpartnerschaft gehören zu Uruguays hoher und in Lateinamerika einmaliger Ausstattung mit „Sozialkapital“, die gewisse Mechanismen ebenso begünstigt hat wie die schnelle und überzeugende Rückkehr zur Demokratie. Wie in einigen europäischen Ländern reduzieren dieselben Errungenschaften aber auch das Reaktionsvermögen der privaten und öffentlichen Akteure in der Krise und verlangsamen das Tempo der neoliberal gerichteten Umsteuerung.

In jüngster Zeit haben sich jedoch die Rahmendaten deutlich verbessert. So konnte im Jahr 2010 bei einem Wirtschaftswachstum von über 8 % und einer bei 7 % liegenden Inflationsrate eine aus historischer Sicht niedrige Arbeitslosenrate von nur noch 5,4 % verzeichnet werden. Gleichzeitig besserte sich auch die qualitative Situation der Arbeitsverhältnisse im Land, da die Schwarzarbeit deutlich eingedämmt werden konnte.[31]

Gesundheitswesen

Die Gesundheitsfürsorge und -vorsorge ist besser als in den meisten lateinamerikanischen Ländern; allerdings nimmt die Ärztedichte von Montevideo zum Landesinneren stark ab. Die öffentlichen Krankenhäuser in Uruguay sind kostenlos und ermöglichen so allen Bevölkerungsschichten eine medizinische Versorgung. Das Personal ist sehr gut ausgebildet, allerdings sind die Wartezeiten sehr lang. Private Krankenhäuser werden von den monatlichen Beiträgen der Versicherten finanziert. Die monatlichen Beiträge sind um ein Vielfaches niedriger, da wegen der direkten Versicherung bei der jeweiligen Klinik keine Krankenkasse zwischen Versichertem und dem Leistungsträger vermittelt. Die monatlichen Beiträge für eine Krankenversicherung liegen je nach Leistungspaket zwischen 30 und 60 US-Dollar.

Uruguay gilt seit Mai 2012 als erster lateinamerikanischer Staat, in dem die die Chagas-Krankheit übertragenden Triatominae-Wanzen („Vinchucas“) ausgerottet wurden.[32]

2013 erfolgte in Uruguay die äußerst umstrittene Verabschiedung eines Gesetzes, das einen begrenzten Handel mit Cannabis legalisiert. Somit ist Uruguay momentan das weltweit erste Land, in dem der Verkauf von begrenzten Mengen Cannabis in Apotheken an registrierte Konsumenten legal ist und ein Anbau unter staatlicher Kontrolle erfolgen soll.[33]

Korruption

Korruptionswahrnehmungsindex
(Transparency International)
Jahr Rang Punkte[. 1]
2015 21 (von 168) 74
2014 21 (von 175) 73
2013 19 (von 177) 73
2012 20 (von 176) 72
2011 25 (von 183) 70
2010 24 (von 178) 69
2009 25 (von 180) 67
2008 23 (von 180) 69
2007 25 (von 179) 67
2006 28 (von 163) 64
2005 32 (von 159) 59
2004 28 (von 146) 62
2003 33 (von 133) 55
2002 32 (von 102) 51
2001 35 (von 91) 51

Uruguay hat bezüglich Korruption und Bestechung sehr strenge Gesetze. Dem von Transparency International entwickelten Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) nach befindet sich Uruguay auf Platz 19, gemeinsam mit den USA und im Mittelfeld der EU-15 Staaten. Dies stellt die beste Platzierung in Lateinamerika und der spanischsprachigen Welt dar. Dem Index zufolge hat Uruguay im letzten Jahrzehnt große Fortschritte in der Korruptionsbekämpfung gemacht. Trotz dieser relativ guten Bewertung beklagen die Bürger Korruption im öffentlichen Sektor, und mehrere hohe Beamte sowie ein Richter wurden in den vergangenen Jahren wegen Korruption verfolgt. Ausländische Firmen betrachten jedoch Korruption nicht als größeres Hindernis für Investitionen in Uruguay.

  1. Die Punkteskala des CPI ging bis zum Jahre 2011 von 0 bis 10 mit einer Nachkommastelle, seit dem CPI 2012 geht die Skala von 0 bis 100. Hier wurde die Skala vereinheitlicht

Kriminalität

Verglichen mit den südamerikanischen Nachbarstaaten weist Uruguay eine relativ geringe Kriminalitätsrate auf. Gemäß der Polizeistatistik des Innenministeriums ist jedoch in den vergangenen Jahren ein Anstieg in Montevideo zu verzeichnen. Kriminalitätsschwerpunkte in der Hauptstadt liegen dabei neben den ärmeren Vierteln im Nordteil der Stadt auch in der Ciudad Vieja, Pocitos und am Nordrand des Barrios Carrasco. Sowohl in Montevideo als auch Punta del Este wird saisonal eine Touristenpolizei eingesetzt.[34] Im Dezember 2011 kündigte das Innenministerium die Installation von 108 Überwachungskameras an verschiedenen Punkten der Hauptstadt und hier insbesondere in den Barrios Ciudad Vieja und Centro, sowie weiteren 214 Kameras in sieben verschiedenen Gefängnissen des Landes zur dortigen Gefangenenüberwachung an. Ein rund um die Uhr mit einer Personalstärke von 25 besetztes Kontrollzentrum wird die gelieferten Bilder nutzen. Sowohl in Maldonado (6 Kameras an 4 verschiedenen Orten), Punta del Este (9/9), Rivera (9 Kameras), Salto (37 Kameras) und Colonia (14/12) existieren bereits solche Kameras.[35]

Verwaltungsgliederung

Uruguay ist in 19 historisch gewachsene Departamentos (einschließlich der autonomen Stadt Montevideo) eingeteilt. Den Departamentos steht der Intendente Municipal vor, der von den Departamento-Parlamenten (junta departamental) gewählt wird. Da der Staatsaufbau zentralistisch ist, haben die 19 Provinzen (Departamentos) nur eine geringe Selbstverwaltung.

Am 13. September 2009 wurde mit dem Gesetz 18567 eine weitere Verwaltungsebene geschaffen. Mit dem Gesetz 18653 vom 15. März 2010 wurden schließlich 89 Municipios festgelegt.

Departamento Fläche (km²) Einwohner (2017)[36] Hauptstadt
Artigas 11.928 74.800 Artigas
Canelones 4.536 581.500 Canelones
Cerro Largo 13.648 89.600 Melo
Colonia 6.106 130.000 Colonia del Sacramento
Durazno 11.643 59.000 Durazno
Flores 5.144 26.500 Trinidad
Florida 10.417 69.300 Florida
Lavalleja 10.016 59.200 Minas
Maldonado 4.793 187.600 Maldonado
Montevideo 530 1.381.200 Montevideo
Paysandú 13.922 119.100 Paysandú
Río Negro 9.282 57.600 Fray Bentos
Rivera 9.370 108.300 Rivera
Rocha 10.551 74.000 Rocha
Salto 14.163 132.300 Salto
San José 4.992 115.600 San José de Mayo
Soriano 9.008 84.000 Mercedes
Tacuarembó 15.438 93.000 Tacuarembó
Treinta y Tres 9.676 50.500 Treinta y Tres
BrasilienArgentinienMontevideoMaldonadoSan JoséColoniaSorianoFloresFloridaLavallejaCanelonesRochaTreinta y tresDuraznoRío NegroCerro LargoRiveraTacuarembóPaysandúSaltoArtigas
Einteilung Uruguays in Departamentos

Gewerkschaften

Neben den Parteien sind die Gewerkschaften eine traditionell wichtige gesellschaftliche Gruppe. Der Dachverband PIT-CNT (Plenario Intersindical de Trabajadores – Convención Nacional de Trabajadores) zeigt große Streikbereitschaft. In ihm sind rund 200 Gewerkschaften mit rund 900.000 Mitgliedern vereinigt.

Nach einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbunds aus dem Jahr 2014 führt Uruguay gemeinsam mit 17 weiteren Ländern, darunter Deutschland, Norwegen, Schweden, Island, Togo und Barbados die Liste derjenigen Länder an, in denen in Bezug auf die Wahrung der Arbeitnehmerrechte die besten Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer weltweit herrschen.[37][38]

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