Senckenberg Naturmuseum | entwicklung

Entwicklung

Gründung

Das Gebäude des Senckenberg Naturmuseums wurde in den Jahren 1904–1907 auf freier Fläche außerhalb der Frankfurter Kernstadt nach Plänen des Architekten Ludwig Neher (1850–1916) errichtet, in unmittelbarer Nähe der erst 1914 gegründeten Johann Wolfgang Goethe-Universität. Bauherr und bis heute Träger (sowie Mitbegründer der Universität) war und ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die nur indirekt auf die Stiftung von Johann Christian Senckenberg aus dem Jahr 1763 zurückgeht.

Der 1817 von 32 Frankfurter Bürgern gegründete Naturforschende Verein erhielt, unter anderem auf Anregung von Goethe, die Erlaubnis der Dr. Senckenbergischen Stiftung, den Namen Senckenbergs für seine Arbeit zu führen. Bereits 1821 wurde als Vorläufer des späteren Museumsbaus ein „Öffentliches Naturalienkabinett“ südöstlich des Eschenheimer Tors gegründet. Der neue Verein übernahm von der Stiftung Teile der Bibliothek und den Grundstock der Naturaliensammlung.

Standortverlagerung

Am ursprünglichen Standort musste das Museum Anfang des 20. Jahrhunderts auf Druck der Frankfurter Stadtverwaltung weichen. Das Senckenbergische Gelände, auf dem unter anderem auch das ursprüngliche Bürgerhospital, der Frankfurter Botanische Garten und ein anatomisches Institut errichtet worden war, sollte mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut werden.

Auslagerungen im Zweiten Weltkrieg

Das Museum wurde 1944 durch eine Bombe getroffen. Fenster, Türen und Schränke wurden zerstört. Schaustücke wurden daraufhin in Ausweichlagern untergebracht. In die Burg Hirschhorn am Neckar wurden Kästen mit Vögeln, Vogelbälgen und Säugetierfellen verlagert. Die ausgelagerten Schaustücke wurden ab dem 8. Juni 1948 auf Veranlassung der amerikanischen Militärregierung Wiesbaden, Abteilung Fine Arts and Monuments in das Senckenberg Museum zurückgeführt. Das Ausweichlager auf der Glauburg wurde durch Kampfhandlungen am 2. April 1945 zerstört.[2]

Ausbaupläne

Für die kommenden Jahre ist geplant, die Ausstellungsflächen des Naturmuseums erheblich zu erweitern. In einem ersten Schritt wurde Ende 2008 in Holzbauweise eine zusätzliche Ausstellungshalle im Hinterhof errichtet. An ihrer Stelle soll bis zum 200. Gründungsjubiläum der Senckenberg Gesellschaft im Jahr 2017 ein Erweiterungsbau des Naturmuseums entstehen, in den auch ein neu zu errichtendes Planetarium integriert sein soll.[3] Die Altbauten werden in ihrer Erscheinung durch den Architekten Peter Kulka stark verändert, obwohl sie unter Denkmalschutz stehen.[4] Dies führte zu überregionalen Kontroversen um den Denkmalschutz.[5]

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