Senckenberg Naturmuseum | die schausammlung

Die Schausammlung

Heute wird der Besucher bereits vor dem Gebäude von zwei Nachbildungen großer Dinosaurier empfangen, deren Äußeres anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und in Originalgröße modelliert wurde. Im Gebäude kann man der rekonstruierten, in den Boden eingelassenen Fährte eines Titanosaurus in den überdachten Lichthof mit Saurierskeletten folgen.

Die 18 präsentierten Arten sind die umfangreichste Ausstellung von Dinosauriern in Deutschland. Das größte Skelett ist ein 18 Meter langer Diplodocus aus dem Bone Cabin Quarry in Wyoming (USA). Das bis auf den Schädel aus originalen Teilen zusammengesetzte Skelett eines Sauropoden war der erste im Senckenberg Naturmuseum ausgestellte Dinosaurier und wurde der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung anlässlich der Eröffnung des neuen Museumsgebäudes an der Viktoria-Allee 1907 vom American Museum of Natural History überlassen.[6]

Originale Dinosaurier und Messel-Pferdchen

Originalschädel von Triceratops horridus, das vollständige Stück hat eine Länge von etwa 2,5 Metern
Rekonstruktion eines Triceratops-Skeletts

Der Hadrosaurier Parasaurolophus mit dem gebogenen Schädelkamm, Psittacosaurus mit der deutlich herauspräparierten Beborstung im Schwanzbereich sowie dem gut sichtbaren fossilen Mageninhalt und Oviraptor auf den originalen Sauriergelegen gehören zu Europas größter Ausstellung von Großsauriern, zu der auch der Abguss eines „Quetzalcoatlus“ („Quetzi“), des größten bekannten Flugsauriers, zählt. Weitere Publikumsmagnete sind Kopien von Tyrannosaurus rex, Iguanodon und Triceratops aus der Oberkreide von Nordamerika, von dem auch zwei originale Schädel ausgestellt sind (Triceratops horridus aus der Lance-Formation, Wyoming (USA)[7]). Das vollständige Exemplar ist das „Wappentier“ des Senckenberg Naturmuseums. Von größter Seltenheit ist die fossile Mumie eines entenschnäbeligen Hadrosauriers.

Zwar ziehen die Saurier schon wegen ihrer Größe die meisten Besucher an, das Senckenberg Naturmuseum hat jedoch eine große Sammlung von Exponaten ausgestorbener Tieren aus allen erdgeschichtlichen Epochen, zum Beispiel auch eine große Anzahl von Originalen aus der Ölschiefergrube Messel: Fledermäuse, Reptilien, Fische und die frühe Pferdeart Propalaeotherium hassiacum, die vor ca. 50 Millionen Jahren lebte und eine Schulterhöhe von nur 55 bis 60 Zentimetern hatte.

Eine Nachbildung von „Lucys“ Skelett

Einzigartig in Europa ist zudem der in aufrechter Körperhaltung montierte Abguss des Skeletts von „Lucy“, eines der am vollständigsten erhaltenen Skelette eines Australopithecus afarensis.

Die Bewegung der Kontinente

Die Ausstellung zur Entwicklungsgeschichte der Erde und des Lebens wird durch eine „Zeitmaschine“ ergänzt: Mit Hilfe eines großen Zeitrades kann man 750 Millionen Jahre in die Vergangenheit reisen – oder 250 Millionen Jahre in die Zukunft, was dem Besucher eine Vorstellung davon gibt, wie die Erde sich seit ihrer Entstehung verändert hat und verändern wird. Der schnelle Überblick über die Kontinentaldrift lässt sich zu den umgebenden Stationen der Erdgeschichte in Bezug setzen, so dass unter anderem gut nachvollziehbar wird, warum heute in Gesteinen im Binnenland fossile Meerestiere zu finden sind.

Das Museum im Museum

Als „Museum im Museum“ gestaltet, befinden sich in den oberen Etagen einige Bereiche mit trockenpräparierten („ausgestopften“) Tieren in historischen Vitrinen. Unter anderem kann man dort eines von noch 23 erhaltenen Exemplaren des seit 1883 ausgestorbenen Quaggas, einem ausgestorbenen Steppenzebra, sehen.

Sonderausstellungen und Events

Seit Dezember 2008 verfügt das Museum in seinem Hinterhof über die zusätzliche, zweistöckige Wolfgang-Steubing-Halle für aufwändige Sonderausstellungen. Zunächst wurde in ihr auf rund tausend Quadratmetern Fläche die Welt der Tiefsee anschaulich gemacht, danach folgte von Oktober 2009 bis August 2010 eine paläoanthropologische „Safari zum Urmenschen“. Von Juli 2010 bis Januar 2011 waren in einer Zelthalle am Frankfurter Güterplatz „GigaSaurier – die Riesen Argentiniens“ (Rekonstruktionen und Originale von Dinosauriern) zu sehen.[8] Es folgte in der Wolfgang-Steubing-Halle eine Ausstellung zum Leben der Wölfe. Von Oktober 2011 bis März 2012 waren in ihr die „Körperwelten der Tiere“ zu sehen – mehr als 100 Plastinate aus der Manufaktur Gunther von Hagens’, unter anderem Ganzkörper-Plastinate von Elefant, Giraffe, Gorilla, Braunbär und Strauß sowie Ausgüsse des kompletten Blutgefäßsystems von Tieren wie Hai, Pferd und Schwein.[9]

Die zur Wiedereröffnung nach dem Umbau 2003 neu konzipierte Reptilienausstellung nimmt sich, neben der Artenvielfalt der Reptilien und Amphibien, auch des Themas Naturschutz an: Ein von Senckenberg-Wissenschaftlern initiiertes Leguan-Schutzprojekt in Utila in Honduras wird ebenso dargestellt wie die Möglichkeiten, im eigenen Garten Lebensbedingungen für heimische Reptilien und Amphibien zu schaffen. Ein begehbarer Baum eines Regenwaldes bietet Einblicke in verschiedene Zonen des Regenwaldes vom Bodengrund bis zur Baumkrone, um die Lebensräume der exotischen Reptilien erfahrbar zu machen.

Mehrere kleinere Dauerausstellungen beschäftigen sich unter anderem mit der Entwicklungsgeschichte der Pflanzen, unter dem Motto „Riesen und Zwerge“ mit besonders großen und besonders winzigen Tieren und Pflanzen sowie mit Maria Sibylla Merian („Von der Naturgeschichte zur Naturwissenschaft“).

Das Senckenberg Naturmuseum bietet regelmäßig abends Vorträge und Führungen (in der Regel kein Aufpreis zum Eintritt) über naturwissenschaftliche Themen an. Zu besonderen Anlässen finden in dem Dinosaurier-Lichthof abends Disko-Partys oder Betriebsfeste statt.

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