Kultfilm | kultfilm als subjektives empfinden

Kultfilm als subjektives Empfinden

Entscheidend für einen Kultfilm ist ausschließlich die Reaktion des Publikums, die über eine „normale“ Identifikation hinausgehen muss und deshalb von Generation zu Generation wechselt und in den einzelnen Ländern unterscheidet, weshalb die Erstellung einer Liste von Kultfilmen wegen des individuellen Verhältnisses des Einzelnen zum Film kaum möglich ist. Dass ein großer Teil der Zuschauer den Film ablehnt, steht dem nicht entgegen, sondern führt häufig gerade erst zu der besonderen Beziehung des Liebhabers zum Werk.

Eingefleischte Fans der Filme 2001: Odyssee im Weltraum und Uhrwerk Orange sehen diese als wegweisend und bahnbrechend (bei Odyssee im Weltraum z. B. hinsichtlich der Tricktechnik und der Kombination Raumfahrt mit Walzerklängen), andere finden diese Filme einfach langweilig oder abstoßend.

Allein der wirtschaftliche Erfolg oder Misserfolg eines Filmes stellt keinerlei Maßstab für den Kultstatus dar. Häufig wurde der Begriff Kultfilm gerade zur Abgrenzung des Filmgeschmacks des Massenpublikums verwendet. Nicht selten handelt es sich bei Kultfilmen um Filme, die ursprünglich keine kommerziellen Erfolge waren, und erst später dank des Kultes wiederentdeckt wurden, so etwa bei The Rocky Horror Picture Show, A Night at the Roxbury, Citizen Kane oder Blade Runner, die zwar allesamt im Kino floppten, aber im Videoverleih oder DVD-Vertrieb Kultstatus erlangten.

Independentfilmen wird deshalb im Allgemeinen eher ein „Kultfilm-Potential“ zugesprochen als Hollywood-Filmen. Pulp Fiction ist ein Beispiel für einen äußerst erfolgreichen Kultfilm, der durch seinen erheblichen Einfluss auf nachfolgende Gangster-Filme Einfluss in das Mainstream-Kino fand. Weitere Werke von Quentin Tarantino genießen einen vergleichbaren Ruf. Den Filmen von Russ Meyer wird oft der Status Kult zugesprochen, in ihrem Genre gelten sie als Vorreiter.

Mitunter handelt es sich um relativ billige Produktionen (B-Movie), die mit ihrer trashigen Ästhetik und unfreiwilligen Komik ein postmodernes Publikum anziehen, das in diesen Filmen auf den ersten Blick ungeahnte Qualitäten entdeckt. Da diese Trash-Ästhetik auch bewusst eingesetzt wurde, sprechen manche Filmwissenschaftler von einem eigenen Kultfilm-Genre. Ein klassisches Beispiel in diesem Zusammenhang sind die Filme des US-amerikanischen Filmregisseurs Ed Wood, der postum zum „schlechtesten Regisseur aller Zeiten“ gewählt wurde.

Letzten Endes entlehnen aber viele Kultfilme ihre dramatische Struktur aus anderen Genres, und einige können auch zu Recht unangefochten einen Status als Kunstwerk beanspruchen.

Anregend zur Kultbildung scheint auch eine Wiederholungsrate oder Serienausstrahlung wie der Hype um den Fernsehfilm Ijon Tichy: Raumpilot aufgezeigt hat. Ein sich nicht sattsehen zu können ist wohl die Hauptdiagnose.

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