Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den größten militärischen Konflikt in der Geschichte der Menschheit dar. Er begann in Europa mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939.
In Ostasien befand sich das mit Deutschland verbündete Japan seit 1938 in einem Grenzkrieg mit der Sowjetunion und seit 1937 mit China im Pazifikkrieg. Im Kriegsverlauf bildeten sich zwei militärische Allianzen, die als Achsenmächte und Alliierte bezeichnet werden. Direkt oder indirekt waren über 60 Staaten am Krieg beteiligt, mehr als 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Zahl der unmittelbaren Kriegstoten wird von Historikern mit 60–70 Millionen angegeben.

Dieser Krieg bestand in Europa aus Blitzkriegen, Eroberungsfeldzügen gegen die deutschen Nachbarländer mit Eingliederung besetzter Gebiete, der Einsetzung von Marionettenregierungen, Flächenbombardements sowie im letzten Jahr dem Einsatz von Atomwaffen; er verlief in drei Hauptphasen.[1] Mittelbar starben Millionen Menschen durch Holocaust (Shoa), Porajmos und weitere Massenmorde, durch Zwangsarbeit und zahllose Kriegsverbrechen. In den eroberten Gebieten und auch in Deutschland entstand in den Kriegsjahren eine immer stärker werdende Widerstandsbewegung gegen das nationalsozialistische Regime.

Zweiter Weltkrieg – Bündnisse Europa 1939–1945
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Kriegsverlauf in Europa (Animation)

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Sechs europäische Staaten (Irland, Schweden, die Schweiz, Spanien, Portugal, Türkei) blieben offiziell neutral, weil sie sich nicht an den Kämpfen beteiligten. Die USA hatten zu Beginn des europäischen Krieges ihre Neutralität erklärt, aber ein neues Neutralitätsgesetz erlaubte es seit November 1939 kriegführenden Staaten, Waffen und Munition in den Vereinigten Staaten zu kaufen und auf eigenen Schiffen abzutransportieren.[2] Im August 1940 gab der US–Kongress seine Zustimmung für den Bau einer großen Flotte, die im Atlantik und im Pazifik einsetzbar sein sollte.

Mit dem Kriegseintritt Italiens, das mit Hitlerdeutschland verbündet war, wurde Nordafrika ab Juni 1940 ebenfalls zum Kriegsschauplatz. Italienische Truppen kämpften gegen britische Verbände in Ägypten und um ihre Kolonie Italienisch-Ostafrika. Das ab Februar 1941 eingesetzte deutsche Afrikakorps konnte die Niederlage Italiens nicht abwenden. Nach den zwei Schlachten bei El-Alamein (Juli 1942, Oktober/November 1942) und der Landung anglo-amerikanischer Truppen im November 1942 in Marokko und Algerien kapitulierten die deutschen und italienischen Truppen im Mai 1943 in Tunesien.

Der Krieg gegen die UdSSR wurde vom deutschen Diktator Adolf Hitler als Vernichtungskrieg geführt mit der Absicht, Osteuropa bis zum Ural als (neuen) deutschen Siedlungsraum für ein künftiges „Großgermanisches Reich“ zu gewinnen. Die große Wende im Krieg brachten die Kämpfe um Moskau im Winter 1941/42 und die vergebliche Eroberung von Stalingrad. Danach setzte die Rote Armee zum Gegenschlag an; mit der Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte im Juni 1944 war die deutsche Niederlage unausweichlich geworden. Die deutschen Heeresverbände zogen sich im Sommer 1944 bis an die damaligen östlichen Reichsgrenzen zurück. Der gemeinsame Angriff der Westmächte (Großbritannien, USA und Kanada) an drei Fronten in Europa (Landung auf Sizilien (Juli 1943), Landung in der Normandie (Juni 1944) und Landung in Südfrankreich (August 1944)) bildete den entscheidenden Schritt zu einem absehbaren Ende aller Kämpfe in Europa.[3]

Mit der Überschreitung der deutschen Westgrenze im Raum Aachen im Oktober 1944 begannen Rückzugskämpfe der Wehrmacht auf deutschem Territorium. Im Jahr 1945 überschritten erstmals auch Truppen der Roten Armee in Ostpreußen die deutsche Ostgrenze und bewegten sich unaufhaltsam auf Berlin zu. Am 25. April 1945 stießen an der Elbe US-amerikanische auf sowjetische Truppen. Nachdem Hitler am 30. April 1945 während des Kampfes um Berlin Selbstmord begangen hatte, kapitulierten zwei Tage später die Verteidiger der Stadt. Am 8. Mai 1945 unterschrieb Generalfeldmarschall Keitel die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht; der Krieg in Europa war damit beendet.

Zweiter Weltkrieg – Kriegsschauplätze im Pazifik bis 1942
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Pazifikraum: Maximale Ausweitung des japanischen Herrschaftsbereichs

Der deutsche Verbündete, das Kaiserreich Japan, hatte den US-amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 angegriffen und den größten Teil der Pazifikflotte der USA zerstört. Nun erklärten die USA Japan den Krieg, und daraufhin erklärte Hitler am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg. So wurde aus dem Konflikt in Ostasien ein weiterer Schauplatz des Weltkriegs. Die UdSSR blieb gemäß dem Neutralitätspakt vom 13. April 1941 gegenüber Japan vorerst neutral.

Nach der Arcadia-Konferenz (Dezember 1941 / Januar 1942) fanden bald mehrere lokale Kämpfe in Asien statt, neue Schiffe der United States Navy kamen hier rasch zum Einsatz. Trotzdem hatten japanische Truppen bis Mitte 1942 viele ehemalige europäische Kolonien wie Hongkong, British Malaya, die Philippinen, Teile Burmas, Niederländisch-Indien, Teile von Neuguinea und weitere Gebiete in Indochina und Thailand besetzt. Erst die Schlacht um Midway (Anfang Juni 1942), in der die japanische Marine vier ihrer sechs großen Flugzeugträger verlor, bewirkte die Wende im Pazifikkrieg. Um das Ende der Kämpfe in Asien zu beschleunigen, scheute der US-Präsident Harry S. Truman nicht davor zurück, im August und im September 1945 je eine Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki abwerfen zu lassen. Am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Japans.

„Dieser Krieg war ein historisch beispielloser Angriff auf die Menschlichkeit, eine Zerstörung aller kulturellen Ideale, die die Aufklärung hervorgebracht hatte, ein Absturz, wie es ihn bis dahin nicht gegeben hatte. Er war Europas Armageddon.“[4] Im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs änderten sich schließlich die politischen und sozialen Strukturen in der ganzen Welt. Die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) wurde gegründet, deren ständige Mitglieder im Sicherheitsrat die Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkriegs wurden: USA, Sowjetunion, China, Großbritannien und Frankreich. Die europäischen Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich verloren ihre Übersee-Besitzungen, die meisten ihrer Kolonien wurden unabhängig. „Erst mit dem Fall der Mauer 1989 und dem Ende des Kalten Krieges ging die vom Zweiten Weltkrieg [...] geprägte Phase der Geschichte zu Ende.“[5]

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