Sialolithiasis

Klassifikation nach ICD-10
K11.5 Sialolithiasis

Sialolith
Speichelstein

ICD-10 online (WHO-Version 2016)
Speichelstein

Als Sialolithiasis ( griech.: σίαλον, síalon, ‚Speichel‘; λίθος líthos ‚Stein‘, -ίασις -iasis ‚krankhafter Zustand‘) bezeichnet man die Speichelsteinbildung in Analogie zur  Urolithiasis und  Cholezystolithiasis, die den Abfluss des Speichels behindert und eine  sekundäre  Sialadenitis (Entzündung der Speicheldrüse) oder Sialodochitis (Entzündung des Speichelgangs) begünstigt.

Ätiologie und Pathogenese

Die drei großen Speicheldrüsen:
1=Glandula parotis;
2=Glandula sublingualis;
3=Glandula submandibularis

Die Ätiologie und die Pathogenese der Sialolithiasis sind derzeit noch nicht abschließend geklärt. Neben lokalen Faktoren zählen allgemeine Krankheitszustände (Dehydratation), reduzierter Speichelfluß, geänderte Zusammensetzung des Speichels (pH-Verschiebungen, Erhöhung der Calciumkonzentration), Genußmittelkonsum (Nikotinabusus), primärer Hyperparathyreoidismus [1] und das Eindringen von Bakterien und Nahrungsresten in die Speichelausführungsgänge zu den anerkannten Risikofaktoren für eine Steinbildung. Ein kausaler Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen oder anderen Steinleiden, beispielsweise Nierensteinen, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. [2] Speichelsteine sind am häufigsten in der  Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse, ca. 83 %), weit seltener in der  Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse, ca. 10 %) und in der  Glandula sublingualis (Unterzungendrüse, ca. 7 %) lokalisiert. [3] Ursächlich für die unterschiedliche Verteilung ist zum einen, dass der Speichel der Unterkieferspeicheldrüse wesentlich mehr Calcium und Phosphat enthält als der Speichel der Ohrspeicheldrüse und ein relativ viskoses Sekret ist. Das Calcium ist insbesondere für die  Remineralisation der Zähne zuständig, was auch an der bevorzugten  Zahnsteinbildung an den Lingualflächen der Unterkieferfrontzähne sichtbar wird. Zum anderen scheint der lange, gewundene und nach oben ansteigende Verlauf des Ausführungsganges (Ductus Wharton) bei der Entstehung eine Rolle zu spielen. Lippen und Wange sind die bevorzugte Lokalisation von den seltenen Speichelsteinen der kleinen  Speicheldrüsen. [4]

In anderen Sprachen
العربية: حصى لعابية
català: Sialolitiasi
magyar: Nyálkő
日本語: 唾石
Nederlands: Sialolithiase
português: Sialolitíase
svenska: Spottsten