Seeschlacht bei Meloria

Seeschlacht bei Meloria
Teil von: Genuesisch-Pisanischer Konflikt
Die genuesische Flotte im Heimathafen, 1481
Die genuesische Flotte im Heimathafen, 1481
Datum 6. August 1284
Ort nahe der Insel Meloria
Ausgang Genuesischer Sieg
Konfliktparteien

Genua

Pisa

Befehlshaber

Oberto Doria

Alberto Morosini

Truppenstärke
100 Schiffe 120 Schiffe
Verluste

unbekannt

5000 Tote, 11000 Gefangene
7 Schiffe versenkt, 28 verloren

Die Seeschlacht bei Meloria, am 6. August 1284 zwischen Genua und Pisa ausgetragen, war die größte Seeschlacht des Mittelalters. Die kleine Felseninsel Meloria liegt nur wenige Seemeilen vor der italienischen Stadt Livorno. Knapp 100 Schiffe der Seerepublik Genua schlugen dort unter dem Kommando Oberto Dorias die etwa 120 Schiffe umfassende pisanische Flotte, die vom venezianischen Admiral Alberto Morosini geführt wurde.

Hintergrund

Im Mittelalter entstanden in Italien und Dalmatien die sogenannten „ Seerepubliken“ (“repubbliche marinare”) Republik Venedig, Republik Genua, Republik Pisa, Herzogtum Amalfi, Republik Ancona, Republik Ragusa, Herzogtum Gaeta und die kleine Republik Noli. Zunächst bekämpften sie, manchmal auch gemeinsam, die Sarazenen, die Mauren und andere arabische Völker, die im Mittelalter das Mittelmeer und insbesondere auch die Küsten Italiens unsicher machten. Sie nahmen auch an den Kreuzzügen teil und bauten nach und nach ein dichtes Netz von Handelsniederlassungen im gesamten Mittelmeerraum auf, wodurch sie zu großem Reichtum kamen und jeweils zu verschiedenen Zeiten das Mittelmeer beherrschten. Da sie vor allem wirtschaftlich, aber auch militärisch in ein und demselben Raum operierten, entwickelte sich sehr bald ein starkes Konkurrenzverhältnis zwischen den vier Republiken. Die teils heftigen Spannungen entluden sich wiederholt in blutigen Kriegen.

Die Seerepublik Pisa hatte bereits im 12. Jahrhundert ihren Widersacher Amalfi ausgeschaltet. Im Auftrag des Papstes befreite Pisa zusammen mit Genua die von den Sarazenen besetzten Inseln Sardinien und Korsika, die dann von beiden Republiken gemeinsam verwaltet werden sollten, was jedoch wegen permanenter Streitigkeiten zu Kriegen zwischen Pisa und Genua führte. Der Papst belehnte schließlich das spanische Haus Aragonien mit beiden Inseln, das ab 1323 den Pisanern Sardinien abnahm, jedoch in Korsika seinen Herrschaftsanspruch gegen die Genuesen nicht durchsetzen konnte.

Nach wiederholten kleineren Seeschlachten zwischen Pisa und Genua kam es am 6. August 1284 zur Entscheidungsschlacht. Pisa unterlag Genua dabei. Später versandete auch der pisanische Hafen an der Arnomündung. Schließlich verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit an Florenz.