Schlacht von Tours und Poitiers

Schlacht von Tours und Poitiers
Datum18. oder 25. Oktober 732
OrtZwischen Tours und Poitiers
AusgangFränkischer Sieg
Konfliktparteien

Franken und Verbündete

Mauren

Befehlshaber

Karl Martell

Abd ar-Rahman

Truppenstärke
15.000 Mann20.000 Mann
Verluste

1000–2.000 Tote
etwa 4.000 Verwundete

etwa 5.000 Tote
etwa 5.000 Verwundete

In der Schlacht von Tours und Poitiers im Oktober 732 besiegten die Franken unter dem Kommando von Karl Martell die nach Gallien vorgestoßenen muslimischen Araber und stoppten deren Vormarsch im Westen (→ Islamische Expansion). Im Arabischen wird die Schlacht auch Schlacht an der balāṭ asch-schuhadāʾ (بلاط الشهداء) („Schlacht an der Straße der Märtyrer“) genannt.

Nach einem heftigen Gefecht siegten die Franken, die von langobardischen, sächsischen und friesischen Truppen unterstützt wurden. Auch Herzog Eudo von Aquitanien, ein alter Widersacher Karl Martells, stand den Franken in der Schlacht zur Seite. Der Heerführer der Mauren und Araber, Abd ar-Rahman, fiel während des Kampfes, und die Reste seines Heeres zogen sich auf die Iberische Halbinsel zurück. Die Franken hatten laut einigen Quellen damit gerechnet, den Kampf am nächsten Tage fortsetzen zu müssen, fanden aber am Morgen nach der Schlacht das Lager der Araber verlassen vor.

Karl Martell wurde wegen des Sieges später als Retter des Abendlandes überhöht. Allerdings wurde die Schlacht in zeitgenössischen Quellen nicht als herausragendes Ereignis betrachtet, sondern nur beiläufig erwähnt, was die Rekonstruktion der Abläufe sehr erschwert. Das Gefecht wurde erst in der Neuzeit zu einem welthistorischen Ereignis stilisiert. Die jüngste Geschichtsforschung ist mehrheitlich aber wieder zurückhaltender, was die Bedeutung der Schlacht betrifft. Allgemein wird die Schlacht heute als Teil der Konsolidierung der Herrschaft Karl Martells gesehen, der sich in deren erster Zeit noch gegen eine Adelsopposition im Frankenreich behaupten musste. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Vormachtstellung der (erst später so genannten) Karolinger aufgrund der Schwäche der Merowinger zunächst im Hausmeieramt etablierte.

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