Partheneion

Kithara-Spielerin und weibliche Zuhörerin, Zwei Musen am Helikon. Attisch-weißgrundige Lekythos, 440-430 v. Chr., griechische Vasenmalerei des Achilleus-Maler

Das Partheneion (von griechisch παρθἐνειον partheneion „Jungfrauenlied“, zu παρθἐνος parthenos „Jungfrau“) ist eine Form des antiken Chorliedes. Es wurde als halb kultisch-religiöse, halb weltliche Hymne[1] von einem Mädchenchor vorgetragen und besonders in Sparta gepflegt; dazu wurde es von Instrumentalspiel, wie z. B. mit der Kithara, und Tanz begleitet und war weniger feierlich als andere Gattungen wie z. B. der Paian.

Es sind nur wenige Fragmente erhalten, so der Schluss eines Partheneions von Alkman, das wohl ein Prozessionslied für die Göttin Artemis war, und Bruchstücke aus Pindars nicht mehr erhaltenen Partheneia sowie aus dessen Anhang; sie enthalten Verse über die Unsterblichkeit, über Daphne und Pan in choriambischem Maß. Parthenien von Bakchylides und Semonides werden in anderen Werken erwähnt, sind aber gleichfalls nicht überliefert.

In einem Grab im ägyptischen Saqqâra fand man 1855 einen Papyrus eines derartigen Jungfrauenlieds mit 101 Versen, der sich heute in den Sammlungen des Louvre befindet. Erst 105 Jahre später entdeckte man in der Sammlung des Britischen Museums Fragmente vergleichbarer Papyri aus dem altägyptischen Oxyrhynchos.

Literatur

  • W. Barnstone: Greek Lyric Poetry. Schocken Press, New York 1972, S. 47–49.
  • Cecil Maurice Bowra: The Occasion of Alcman's Partheneion. In: The Classical Quarterly. 28, No. 1, 1934, S. 35–44.
  • Claude Calame: Les chœurs des jeunes filles en Grèce archaïque, Bd. 1–2 (Filologia e critica 20-21). Rom, Edizioni dell'Ateneo 1977. Engl. Übers. (nur Bd. 1): Choruses of Young Women in Ancient Greece. Lanham, Rowman & Littlefield 1997, rev. 2001. ISBN 0-7425-1524-9.
  • Hermann Diels: Alkmans Partheneion. In: online).
  • George Hinge: Die Sprache Alkmans: Textgeschichte und Sprachgeschichte (= Serta Graeca. 24). Wiesbaden, Dr. Ludwig Reichert Verlag 2006, ISBN 3-89500-492-8 (Zusammenfassung).
  • Vinko Hinze: Zum Louvre-Partheneion Alkmans (PMGF 1). In: PDF online).
  • James T. Hooker: The Unity of Alcman's Partheneion. In: PDF online).
  • A. M. Miller: Greek Lyric: An Anthology in Translation. Hackett Publishing Company, Inc., Indianapolis 1996, S. 31–37.
  • Carlo Odo Pavese: Il grande partenio di Alcmane (= Lexis. Supplemento 1). Amsterdam, Adolf M. Hakkert 1992. ISBN 90-256-1033-1.
  • Mario Puelma: Die Selbstbeschreibung des Chores in Alkmans grossem Partheneion-Fragment. In: Museum Helveticum. 34 (1977) S. 1–55 (10.5169/seals-27080).
  • Ernst Risch: Die Sprache Alkmans. In: Museum Helveticum 11 (1954) S. 20–37 (10.5169/seals-12465). Wieder abgedruckt in ders.: Kleine Schriften. 1981, S. 314–331.
  • F. Schwenn: Zu Alkmans großem Partheneion-Fragment. In: Rheinisches Museum für Philologie. 86, 1937, S. 289–315 (PDF online).
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