Pétanque

Boule-Kugeln mit „ Schweinchen
Öffentliches Boulodrome in La Palmyre/Frankreich
Boule in Bonifacio auf Korsika 1975

Pétanque ( okzit. petanca [ peˈtaŋkɔ]) ist ein dem Boule-Spiel zugeordneter Präzisionssport. Dabei versuchen zwei Mannschaften, eine bestimmte Anzahl von Kugeln so nahe wie möglich an eine vorher ausgeworfene Zielkugel zu werfen. Im Wettkampf stehen sich jeweils drei Spieler (Triplette), zwei (Doublette) oder nur einer (Tête-à-tête) gegenüber. Pétanque wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Südfrankreich erfunden. 1959 fand die erste Weltmeisterschaft in Belgien statt. 1963 wurde in Bonn der erste Petanque-Club Deutschlands gegründet.

Pétanque ist in der Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (F.I.P.J.P.) mit derzeit 94 Mitgliedsländern (Stand: September 2014) organisiert. Dem Verband untersteht in Deutschland der Deutsche Pétanque Verband (DPV), in der Schweiz der Fédération Suisse de Pétanque (FSP) und in Österreich der Österreichische Pétanque Verband. Ende 2014 hatte der DPV 19.820 Mitglieder, was im Vergleich zu 2013 einen Zuwachs um 4,4 % entspricht. [1]

Geschichte

Vorgeschichte

Die Geschichte des Kugelspiels lässt sich bis in das Jahr 460 v. Chr. zurückverfolgen, als der griechische Arzt Hippokrates von Kos ein mit Steinkugeln gespieltes Spiel lobend erwähnte. Im 2. Jahrhundert nach Christus beschrieb der griechische Gelehrte Iulius Pollux ein Spiel, bei dem zwei Spieler einen entfernten Ziegelstein mit ihren Steinkugeln treffen mussten. [2]

In einem gerichtlichen Verbot des Kugelspiels von 1629 hieß es: Boule verführt zu lasterhaften Ausschweifungen und ist Ursache sonstiger Unverschämtheiten. [3] Trotzdem verbreitete sich das Spiel weiter – besonders beliebt war es unter Soldaten, woran einige der zentralen Boule-Begriffe erinnern: So war der Tireur derjenige, der den Zünder einer Kanone betätigte und Pointer bedeutet wörtlich übersetzt (das Geschütz) richten. Die Leidenschaft für Kugeln ging so weit, dass der Magistrat Lyons im Jahr 1824 eine Verordnung erließ, die das Spielen mit den Kugeln auf den Hauptstraßen der Stadt verbot. [4] 70 Jahre später wurde das erste Turnier des Präzisionssports Boule Lyonnaise ausgetragen, aus dem das Jeu Provençal, das mit kleineren und leichteren Kugeln gespielt wird, stammt. Aus diesem hat Pétanque seine Wurzeln. [5]

Geburtsstunde des Pétanque

Anfang des 20. Jahrhunderts lebte Jules Le Noir im südfranzösischen La Ciotat, nahe der Gemeinde Cassis. Er war als guter Boulespieler bekannt, der aber aufgrund eines Rheumaleidens nicht mehr in der Lage war, die drei Anlaufschritte zu machen, die das heute noch populäre Jeu Provençal verlangt. [6] Außerdem liegen die Distanzen zwischen Abspielkreis und Zielkugel zwischen 15 und 21 Metern. Sein Freund Ernest Pitiot erfand daraufhin ein Spiel, das auf kürzere Entfernung und ohne Anlauf gespielt wird. Geschlossene Füße. französisch pieds tanqués heißt im provenzalischen Südfranzösisch ped tanco. [7]

Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg

Ernest Pitiot gründete 1945 die Federation Francaise de Pétanque et Jeu Provençal (F.F.P.J.P.). [8] Vorher war der Verband für Kugelspieler in staatlicher Hand, und es nicht möglich einen Nebenverband zu gründen. [9] 1952 wurde Pétanque im französischen Sportbund aufgenommen. [10] Die Präsidenten der Mitgliedsländer von Belgien, Frankreich, Marokko, Monaco, der Schweiz, Spanien und Tunesien trafen sich 1957 im belgischen Spa, wo sie den Beschluss fassten, einen internationalen Verband zu gründen. [11] Am 8. März 1958 gründeten sie in Marseille die Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (F.I.P.J.P.). [12] 1959 fand die erste Weltmeisterschaft in Spa statt, gefolgt von Cannes (1961), Casablanca (1963), Genf (1964) und Madrid im Jahr 1965. [11]
Seit 1987 finden als Ergänzung zu den klassischen Weltmeisterschaften alle zwei Jahre die Weltmeisterschaft für Frauen und die Jugend statt. [11]

Aufgrund von Problemen im Management der FIPJP trat Frankreich 1964 aus der Föderation aus. [11] Seit 1970 ist Frankreich wieder Mitglied der FIPJP. [12]
Über französische Garnisonen fand Pétanque auch in Deutschland Anklang. [13] In Bad Godesberg, einem Stadtbezirk Bonns, wurde mit dem 1. Boules Club Pétanque Bad Godeberg e.V. am 13. Mai 1963 der erste deutsche Pétanque-Club Deutschlands gegründet. [14] Am 1. Dezember 1984 wurde der Deutsche Pétanque-Verband (DPV) gegründet, [15] der seither die deutschen Meisterschaften ausrichtet und die Teilnehmer für die alljährlichen Weltmeisterschaften ermittelt. [8]

Heute ist Pétanque in einigen regelmäßig stattfindenden Sportwettkampfveranstaltungen vertreten: So unter anderem in den World Games, den Indian Ocean Island Games, den Mittelmeerspielen, den Asian Indoor Games, den Pazifikspielen sowie seit 2001 in den Südostasienspielen. [11] Von den derzeit 94 Mitgliedsländern mit insgesamt etwa 600.000 Mitgliedern stammt der überwiegende Teil aus Europa und Afrika. [16]

In anderen Sprachen
български: Петанк
català: Petanca
čeština: Pétanque
dansk: Petanque
English: Pétanque
Esperanto: Petanko
español: Petanca
eesti: Petank
euskara: Petanka
فارسی: پتانک
suomi: Petankki
français: Pétanque
galego: Petanca
עברית: פטאנק
magyar: Pétanque
Bahasa Indonesia: Pétanque
italiano: Pétanque
日本語: ペタンク
한국어: 페탕크
lietuvių: Petankė
latgaļu: Petanks
Nederlands: Petanque
norsk: Petanque
occitan: Petanca
polski: Pétanque
Piemontèis: Pétanque
português: Petanca
română: Pétanque
русский: Петанк
Simple English: Petanque
slovenčina: Pétanque
slovenščina: Petanka
svenska: Boule
ślůnski: Petanque
ไทย: เปตอง
Türkçe: Petank
українська: Петанк
Tiếng Việt: Bi sắt
walon: Petanke
中文: 法式滾球