Onésimo Cepeda

Onésimo Cepeda Silva (* 25. März 1937 in Mexiko-Stadt) ist ein mexikanischer Theologe und war von 1995 bis 2012 römisch-katholischer Bischof von Ecatepec, einer der weltweit bevölkerungsreichsten Diözesen.[1]

Leben

Onésimo Cepeda studierte von 1956 bis 1960 Rechtswissenschaften an der Universidad Nacional Autónoma de México sowie von 1961 bis 1964 Philosophie im Priesterseminar der Missionare von Guadalupe (1961–1964) und von 1966 bis 1970 Theologie an der Schweizer Universität Freiburg.

Er war ursprünglich als Bankier und Börsenmakler tätig und jüngster General Manager des Private Banking in Mexiko. Er lernte 1964 den Unternehmer Carlos Slim Helú kennen mit dem er die Inversora Bursátil, S.A. de C.V., Casa de Bolsa, später die Inbursa Financiero aufbaute. Cepeda arbeitete ebenso mit Roberto Hernández Ramírez zusammen, dem Vorstandsvorsitzenden der Grupo Financiero Banamex und späteren Aufsichtsratsmitglied der Banamex Citigroup, der Ingenieros Civiles Asociados (ICA) und Televisa sowie weiteren Unternehmen.[2]

Cepeda empfing am 28. Oktober 1970 in Cuernavaca die Priesterweihe. Er war in verschiedensten Ämtern und Positionen für die katholische Kirche tätig. Seit 1989 ist er Gründer und Rektor des Seminario Conciliar de San Jose in Cuernavaca sowie Professor für Theologie.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1995 zum ersten Bischof des neugegründeten Bistums Ecatepec. Die Bischofsweihe spendete ihm am 12. August 1995 Erzbischof Girolamo Prigione, Apostolischer Nuntius in Mexiko; Mitkonsekratoren waren Manuel Pérez-Gil y González, Erzbischof von Tlalnepantla, und Luis Reynoso Cervantes, Bischof von Cuernavaca. Er war von 1997 bis 2000 Präsident der Kommission für soziale Kommunikation der Mexikanischen Bischofskonferenz (CEM) und Rechtsberater der CEM.

Cepeda stand von Beginn seiner Amtszeit aufgrund guter Beziehungen zu den wichtigsten geschäftlichen und politischen Persönlichkeiten des Landes im Fokus der Medien. Neben Spanisch spricht er Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch.

Am 8. November 2010 wurde Onésimo Cepeda angeklagt wegen Betruges und Geldwäsche. Ihm wird vorgeworfen, 42 Gemälde von lokalen und ausländischen Künstlern, die der 2003 verstorbenen Olga Azcarraga aus der Unternehmerfamilie Azcarraga gehörten, per Schuldschein in Besitz erschlichen zu haben. Bischof Cepeda jedoch behauptet, die Gemälde seien mittels eines Schuldscheindarlehens mit dem Zweck der Verwendung für Projekte der Armut, Krankheit, der Unterstützung von Priestern und Seminaristen sowie junge Menschen in den ländlichen Gebieten des Landes für eine gemeinnützige Nutzung zur Verfügung gewesen. Hintergrund der Anklage sind nach Darstellungen der Presse Erbschaftsstreitigkeiten der Familie Azcarraga. Die Gemälde von José Clemente Orozco, Diego Rivera, Rufino Tamayo, Frida Kahlo, Marc Chagall, Francisco de Goya und anderen haben einen angeblichen Wert von 130 Millionen US-Dollar. Bischof Onésimo Cepeda hat die Amtsgeschäfte bis zur Klärung an den Generalvikar Blas Flores Montes übergeben.[3][4]

Am 7. Mai 2012 nahm Papst Benedikt XVI. seinen altersbedingten Rücktritt an.

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