Menstruationszyklus

Schematische Darstellung des Ovarialzyklus
Während des Zyklus vorkommende Hormone mit Ort der Wirkung

Der Menstruationszyklus, menstruelle Zyklus oder weibliche Zyklus ist beim Menschen ein monatlich (etwa alle 20 bis 35, durchschnittlich alle 28 Tage) auftretender Vorgang im Körper der Frau, der sich von der Pubertät (mit der Menarche) bis in die Wechseljahre (mit der Menopause) etwa 400-mal vollzieht und charakterisiert durch hormonelle Veränderungen darauf ausgerichtet ist, auf verschiedenen körperlichen Ebenen, in erster Linie im Eierstock (siehe auch Ovarialzyklus) und an der Gebärmutter, günstige Bedingungen für eine Befruchtung und Schwangerschaft zu schaffen. Als Beginn eines Menstruationszyklus ist der erste Tag der Monatsblutung festgelegt worden, weil die Blutung das deutlichste und sichtbare Symptom innerhalb des Zyklus ist. Der Zyklus endet nach der Definition am Tag vor dem Einsetzen der Blutung.

Im Verlauf eines Zyklus wird, falls keine Empfängnis stattgefunden hat, die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen (Desquamation) und anschließend wieder aufgebaut (Proliferation und Sekretion). Währenddessen ist in einem der beiden Eierstöcke[1] eine Eizelle herangereift (Follikelreifung), die beim Eisprung in den Eileiter gelangt und dort während der nächsten 12–18 Stunden zur Befruchtung bereitgestellt wird. Gesteuert werden diese Vorgänge von Hypothalamus, Hypophyse und Ovar über verschiedene Hormone: Östrogen und Progesteron lösen die Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut aus. Chemisch veränderte Östrogen- und Progesteronanaloga sind Hauptbestandteile der Empfängnisverhütungspillen. Mit ihrer Hilfe wird dem Körper vorgetäuscht, er befände sich in der Lutealphase, in der keine weitere Eireifung und kein Eisprung mehr stattfindet. Der körpereigene Zyklus mit Eireifung, Eisprung und Lutealphase wird durch eine zyklische Abfolge von Hormongaben von außen ersetzt.

Der Zyklus wird in zwei Phasen unterteilt:

  • Der Abschnitt zwischen dem Eintritt der Menstruation und dem nächsten Eisprung wird als Desquamations- und Proliferationsphase oder Follikelphase bzw. Eireifungsphase bezeichnet und ist in seiner Dauer variabel. Er kann wenige Tage, aber auch viele Wochen dauern.
  • Die Phase zwischen Eisprung und dem Beginn der Menstruation wird als Sekretions- oder Lutealphase bezeichnet. Sie dauert, relativ konstant, zwischen zehn und 16 Tage. Bei einer Dauer unter zehn Tagen spricht man von einer „Gelbkörperschwäche“ oder „Lutealinsuffizienz“. In einem solchen Zyklus kann zwar eine Befruchtung stattfinden, die befruchtete Eizelle kann sich jedoch nicht einnisten. Eine Gelbkörperphase über 16 Tagen deutet auf den Eintritt einer Schwangerschaft hin.

Als „normal“ angesehen werden Zyklen, die 23 bis 35 Tage dauern. 5 % der Zyklen gesunder Frauen dauern länger als 35 Tage.[2]

Der erste Menstruationszyklus im Leben einer Frau beginnt vor der ersten Regelblutung (Menarche) mit der Vorbereitung des ersten Eisprunges, der letzte endet mit der letzten Regelblutung (Menopause). Zwischen dem ersten und dem letzten folgt ein Zyklus dem vorherigen, wenn diese Folge nicht durch eine Schwangerschaft, durch bestimmte Krankheiten oder durch hormonelle Verhütung unterbrochen wird.

In anderen Sprachen
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srpskohrvatski / српскохрватски: Menstrualni ciklus
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татарча/tatarça: Менструаль цикл
Tiếng Việt: Chu kỳ kinh nguyệt
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