Maurice Constantin-Weyer

Maurice Constantin-Weyer (* als Maurice Constantin 24. April 1881 in Bourbonne-les-Bains; 18. Oktober 1964 in Vichy) war ein französischer Schriftsteller.

Nach der Heirat 1920 hängte er den Namen seiner zweiten Frau Germaine Weyer an seinen Namen an und nannte sich und veröffentlichte unter Constantin-Weyer.

Constantin-Weyer ging in Paris und Avignon zur Schule, interessierte sich für Naturgeschichte und begann nach einem Besuch bei dem Entomologen Jean-Henri Fabre 1898 an der Sorbonne Naturwissenschaft und Medizin zu studieren. 1901 brach er das ab und leistete seinen Militärdienst. Er lebte 1904 bis 1914 in einem kleinen, hauptsächlich französischsprachigen Dorf in Manitoba in Kanada, was viele seiner Bücher beeinflusste. 1907 wurde er kanadischer Staatsbürger. Er holte auch seine Mutter und Schwester nach, die seinen Freund den Maler Raoul Devillario heiratete, der ebenfalls mit Constantin-Weyer nach Kanada ausgewandert war. 1910 heiratete er in erster Ehe Dinah Proulx, mit der er drei Kinder hatte und von der er sich später trennte. Ansonsten schlug er sich als Trapper, Pelz- und Pferdehändler, Journalist und Holzfäller und Köhler durch. 1914 meldete er sich freiwillig im Ersten Weltkrieg, war Offizier, wurde schwer verwundet, erhielt hohe Auszeichnungen (unter anderem Ritter der Ehrenlegion) und unter anderem an der Front in Verdun und in Saloniki. Nach dem Krieg blieb er in Frankreich als Journalist (Leiter der Zeitschrift Paris-Centre in Nevers, danach Chefredakteur des Journal du Centre et de l'Ouest in Poitiers) und wurde nach dem Erfolg seiner ersten Romane ab 1931 nur noch Schriftsteller. Er lebte in Orleans und später in Vichy. Mit seiner zweiten Frau hatte er zwei weitere Kinder.

Seine Romane sind häufig Abenteuerromane, die im kanadischen Westen spielen. Er veröffentlichte auch Kurzgeschichten, Essays, Theaterstücke, Biographien (zum Beispiel über Samuel de Champlain, Robert Cavelier de La Salle, Napoleon, Shakespeare), Filmskripte und Sachbücher. Er übersetzte auch aus dem Englischen. Einige seiner Romane erschienen auch auf Englisch.

1928 erhielt er für seinen Roman Un homme se penche sur son passé den Prix Goncourt. Er spielt in der in der Prärie Kanadas Anfang des 20. Jahrhunderts und verbindet Naturschilderungen und Schilderungen des harten Lebens in der Wildnis mit einer Liebesgeschichte. Der Roman verkaufte sich in über 100.000 Exemplaren und wurde 1958 verfilmt (Regie Willy Rozier mit Jacques Bergerac und Barbara Rütting, deutscher Titel Liebe im Sturm). [1] Auch zwei weitere seiner Romane wurden verfilmt (La loi du nord, 1939 als La piste du nord von Jacques Feyder mit Michèle Morgan und Charles Vanel und Un sourire dans la tempête 1950 durch René Chanas).

Er war auch ein guter Aquarell-Maler.

Werke (Auswahl)

  • Un homme se penche sur son passé, Rieder 1928
    • Deutsche Ausgabe: … ein Blick zurück und dann …, Propyläen 1929
  • La Bourrasque, 1925
  • Vers l'ouest', 1921
  • Cavalier de La Salle, 1927
  • Clairière. Récits du Canada, 1929
  • Kanadische Nächte, Berlin 1929 (Cinq éclats de Silex)
  • Un sourire dans la tempête, 1934
  • La Loi du nord ou Telle qu’elle était en son vivant, 1936
  • Der Herr der Straße, Bern 1943 (Le Maître de la route)
  • L' âme allemande, 1945