Maria II. (England)

Maria II. (Stuart), Gemälde von Sir Peter Lely
Porträt Königin Marias II. von England des Künstlers Caspar Netscher, 1676

Maria II., englisch Mary II (* 30. April 1662 im St James’s Palace in London; † 28. Dezember 1694 im Kensington Palace in Kensington), war Königin von England, Schottland und Irland. Sie war die älteste Tochter des späteren Jakob II. von England, wurde protestantisch erzogen und 1677 mit ihrem Cousin Wilhelm III. von Oranien, dem Statthalter der Vereinigten Niederlande, verheiratet. Beim Sturz ihres Vaters wegen dessen pro-katholischer Politik stand sie an der Seite ihres Gatten und bestieg mit diesem gemeinsam 1689 im Zuge der Glorious Revolution den englischen Thron. Während der häufigen und langen Abwesenheiten ihres Gemahls auf auswärtigen Feldzügen führte sie die Regierungsgeschäfte allein, starb aber im Alter von nur 32 Jahren an den Pocken.

Herkunft und Jugend

Maria war die älteste Tochter des Herzogs von York und späteren englischen Königs Jakob II. (1633–1701) und dessen erster Gemahlin Lady Anne Hyde (1637–1671). Ihre Geburt „erfreute niemanden“, wie sich Samuel Pepys in seinen Tagebuch-Aufzeichnungen ausdrückte, da ihre Geburt nicht den erhofften Stammhalter brachte. Zwei Jahre zuvor (1660) hatten ihre Eltern geheiratet, aber Anne Hydes ältester Sohn, Charles, war noch im Säuglingsalter ein Jahr vor Marias Geburt gestorben. Obwohl Anne Hyde insgesamt acht Kinder gebar, sollten nur Maria und ihre jüngere Schwester Anna das Erwachsenenalter erreichen. Ihren Namen erhielt Maria, die das Lieblingskind ihres Vaters war, nach ihrer Tante väterlicherseits, Prinzessin Maria von Oranien, sowie ihrer Ururgroßmutter, der schottischen Königin Maria Stuart. Sie verbrachte ihre Kindheit teilweise in einem Haus in Twickenham, das ihre Eltern von Anne Hydes Vater Edward Hyde, 1. Earl of Clarendon zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten. 1665–1667 lebte Maria in York, weil in Südengland die Pest wütete.

Da der englische König Karl II. keine legitimen Nachkommen hatte, wurden die Kinder von dessen jüngerem Bruder, Marias Vater Jakob, immer bedeutsamer für die Thronfolge. Allerdings zeigten der Herzog von York und seine Gemahlin Anne Hyde wachsende Neigungen für die katholische Religion, was den König beunruhigte. Nach dem frühen Tod Anne Hydes (März 1671) musste Jakob einer protestantischen Erziehung seiner Töchter zustimmen. Nun wohnte Maria mit ihrer Schwester Anna im Richmond Palace unter Aufsicht der Gouvernante Lady Frances Villiers und sah ihren Vater nur gelegentlich. Als dieser sie im Herbst 1673 besuchte, berichtete er ihr, dass er eine neue Ehe mit der erst 15-jährigen Maria Beatrice von Modena eingegangen war. Maria fand ihre junge Stiefmutter lustig, schön und gebildet.

Für Marias religiöse Ausbildung im protestantischen Sinne sorgten der Bischof von Winchester, George Morley, sowie der Bischof von London, Henry Compton, mit dem Maria stets freundschaftlich verbunden blieb, wie sie auch ihr Leben lang am Protestantismus festhalten sollte. Zu ihren Kaplänen gehörte Edward Lake, der spätere Erzdiakon von Exeter. Außerdem erhielt Maria u. a. Tanz-, Gesang- und Zeichenunterricht. In letzterem Fach erteilte ihr der zwergwüchsige Richard Gibson Unterweisung, der sie später, nach ihrer Heirat mit Wilhelm III. von Oranien, auch in die Niederlande begleitete. Pierre de Laine war ihr Lehrer in der französischen Sprache, die sie schließlich recht gut beherrschte. Kenntnisse in Latein und Griechisch erwarb sie hingegen nicht, und ihre Fähigkeiten in Mathematik und Rechtschreibung waren sehr mangelhaft, so dass ihr häufig orthographische Schnitzer unterliefen.

Zu Marias Spielkameradinnen zählten die Töchter ihrer Gouvernante Frances Villiers sowie Anne Trelawney, Sarah Jennings und Frances Apsley. Mit Letzterer führte Maria eine Korrespondenz erhaltener leidenschaftlicher, pubertärer Liebesbriefe. In ihnen legte sie sich ein Pseudonym, Mary Clovin, zu und schlüpfte in die Rolle einer Frau, die an ihren Ehemann schrieb. Ihre als dieser fiktive Gatte angesprochene Jugendfreundin Frances Apsley, die einige Jahre älter als sie war, nannte sich in dem Briefwechsel Aurelia. Außerdem spielte Maria in ihrer Freizeit gern Karten und beschäftigte sich mit Handarbeiten. Insgesamt verbrachte die junge Prinzessin, die als groß, schlank und dunkle Locken tragend beschrieben wurde, ihre Jugend auf Wunsch ihres Onkels König Karl II. abgeschirmt von der Öffentlichkeit in ziemlicher Zurückgezogenheit. [1]

In anderen Sprachen
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संस्कृतम्: मेरी २
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