Klippschliefer

Klippschliefer
Klippschliefer

Klippschliefer

Systematik
Überordnung:Afrotheria
ohne Rang:Paenungulata
Ordnung:Schliefer (Hyracoidea)
Familie:Schliefer (Procaviidae)
Gattung:Procavia
Art:Klippschliefer
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Procavia
Storr, 1780
Wissenschaftlicher Name der Art
Procavia capensis
(Pallas, 1766)

Der Klippschliefer (Procavia capensis), mitunter auch Wüstenschliefer oder Klippdachs genannt, ist eine Art in der Ordnung der Schliefer (Hyracoidea). Er zeichnet sich durch einen an Meerschweinchen erinnernden Körperbau aus, die Gliedmaßen sind kurz und kräftig, der Schwanz fehlt. Am Rücken besteht ein auffallender farbiger Fleck, der eine Drüse umgibt. Markant sind auch die zahlreichen Tasthaare, die das Fell durchsetzen. Von allen heutigen Schliefern hat der Klippschliefer das größte Verbreitungsgebiet. Dieses ist nicht geschlossen, ein Verbreitungsschwerpunkt findet sich im südlichen Afrika, ein weiterer nördlich des Kongobeckens und südlich der Sahara. Von hier zieht das Vorkommen über den nordöstlichen Teil des Kontinents nach Vorderasien. Die bewohnten Lebensräume bestehen aus Wüsten und felsigen Landschaften, zudem aus Offenlandgebieten und Wäldern. Die Tiere sind sowohl im Flachland wie auch in hohen Gebirgslagen anzutreffen. In weiten Teilen Afrikas tritt der Klippschliefer gemeinsam mit dem Buschschliefer auf.

Die Lebensweise des Klippschliefers ist gut erforscht. Er bewohnt Felsspalten und Höhlen und tritt vorwiegend tagsüber auf. Als Nahrung dienen Pflanzen. Dabei zeigt der Klippschliefer eine stärkere jahreszeitlich variierende Ernährungsweise, da er in der Trockenzeit weiche Pflanzennahrung bevorzugt, in der Regenzeit dagegen härtere. Die Tiere leben gesellig in Kolonien, das Sozialgefüge ist komplex. Eine Gruppe besteht weitgehend aus einem dominanten Männchen, den fortpflanzungsfähigen Weibchen und dem Nachwuchs. Daneben treten noch einzeln lebende Männchen auf. Die Gruppe geht gemeinsam auf Nahrungssuche. Den Großteil des Tages verbringt der Klippschliefer vor allem einzeln oder in Gruppen ruhend, was auf die wenig beständige Körpertemperatur und den niedrigen Stoffwechsel zurückzuführen ist. Das besetzte Territorium wird gegen Eindringlinge verteidigt. Das dominante Männchen stößt zudem markante Rufe aus, die sehr komplex sind. Daneben verfügt der Klippschliefer über eine vielfältige Sozialkommunikation. Nachwuchs kommt einmal jährlich zur Welt, die Weibchen einer Gruppe gebären häufig in kurzen Zeitabständen. Die Jungen sind bei der Geburt weit entwickelt und nach 16 bis 29 Monaten geschlechtsreif. Die jungen Männchen verlassen dann die Kolonie. Bedeutendste Fressfeinde stellen verschiedene Greifvögel und Raubtiere dar.

Zu den frühesten Erwähnungen des Klippschliefers gehören jene aus dem Alten Testament. Modernere Berichte reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung datiert in das Jahr 1766, vor allem im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde der Klippschliefer in der Gattung Hyrax geführt. Anfänglich galten die Tiere als nahe verwandt mit den Nagetieren, später sah man sie eher in einer engeren Beziehung mit anderen Huftieren. Bis in die 1970er Jahre waren zudem mehrere Arten anerkannt. Daneben bestehen noch einige fossile Vertreter, der älteste Nachweis datiert in das Pliozän vor etwa 5 Millionen Jahren. Der heutige Bestand des Klippschliefers wird als ungefährdet eingestuft.

In anderen Sprachen
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العربية: وبر صخري
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беларуская (тарашкевіца)‎: Капскі даман
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Mìng-dĕ̤ng-ngṳ̄: Să-huăng
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English: Rock hyrax
Esperanto: Rokhirako
עברית: שפן סלע
hrvatski: Daman kamenjar
Bahasa Indonesia: Hiraks batu
한국어: 바위너구리
Nederlands: Kaapse klipdas
português: Procavia capensis
srpskohrvatski / српскохрватски: Planinski pećinar
svenska: Klipphyrax
українська: Даман капський
Tiếng Việt: Procavia capensis
中文: 蹄兔
粵語: 蹄兔