Kelchblatt

Schematische Darstellung einer Blüte mit oberständigem Fruchtknoten und perigyner Blütenhülle (= „mittelständiger“ Fruchtknoten):
1. Blütenboden (Receptakulum)
2. Kelchblätter (Sepalen)
3. Kronblätter (Petalen)
4. Staubblätter (Stamina)
5. Stempel (Pistill)

Ein Kelchblatt oder Sepalum (Mehrzahl Sepalen oder Sepala) ist ein Blatt der äußeren Blütenhülle in der Blüte von bedecktsamigen Pflanzen. Die Gesamtheit der Kelchblätter einer Blüte wird als Kelch oder Calyx bezeichnet. [1] Von Kelchblättern wird nur bei ungleichförmigen Blütenhüllen gesprochen, wenn die Blütenhülle in Kelch und Krone unterschieden ist, nicht wenn alle Blütenhüllblätter gleichartig sind (dann Perigon genannt). [2]

Aufbau und Funktion

Die Kelchblätter sind meist derb und grün. Typischerweise sind sie laubblatt- oder hochblattartig, vor allem auch in ihrer Leitbündel-Versorgung. [3] Der Kelch hat die Funktion, die Blüte im Knospenzustand zu schützen. Während der Knospenentwicklung wachsen die Kelchblätter gekrümmt rasch aufeinander zu und berühren sich gegenseitig. Durch Verzahnung, cuticuläre Verklebung oder durch Haare sind die Kelchblätter häufig miteinander verbunden. Die Ränder sind meist übereinander geschoben. Dadurch wird der Schutz der sich im Inneren der Knospe entwickelnden übrigen Blütenorgane erhöht. [4]

Bei chorisepalen (= freikelchblättrigen) Blüten sind die Kelchblätter untereinander frei, bei gamosepalen (= synsepalen) Blüten dagegen verwachsen.

Die Anordnung der Kelchblätter ist meist wirtelig, gerade bei ursprünglicheren Familien aber auch spiralig, so bei Dilleniaceae oder Paeoniaceae.

Die Kelchblätter dienen ursprünglich dem Schutz der Blütenknospe, können aber im abgeleiteten Falle die Lockfunktion der Petalen verstärken Der Kelch kann seine Funktion auch ändern und etwa nach der Fruchtreife zur Ausbreitung beitragen. Bei Korbblütlern ist der Kelch zu einem Haarkranz, dem Pappus umgebildet, der zur Windausbreitung oder zur Anheftung an Tiere dienen kann. [4] Der Kelch kann auch die Funktion der Krone als Schauapparat übernehmen, dies geht aber meist mit einer Reduktion der Krone einher, etwa bei den Proteaceae. [3] Der Kelch wird dadurch kronenartig (corollinisch). Ein weiteres Beispiel ist die Besenheide. [2]

Bei verschiedenen Verwandtschaftsgruppen sind die Kronblätter durch allmähliche Übergänge mit den Kelchblättern verbunden, so bei den Kakteengewächsen (Cactaceae) oder bei den Pfingstrosen (Paeoniaceae). [4]

Bilden die Hochblätter einen Blütenkelch, spricht man von einem Außenkelch, Hüllkelch oder Involukrum.

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