Königreich Portugal

Königreich Portugal
1139–1910
Flagge Portugals 1830–1910 Wappen Portugals 1816–1910
Flagge Wappen
Bandeirareinogaliza.svg Navigation Flag of Portugal.svg
Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt
– 1139 bis 1143
– 1143 bis 1256
– 1256 bis 1808
– 1808 bis 1822
– 1822 bis 1910

Guimarães [1]
Coimbra [2]
Lissabon
Rio de Janeiro
Lissabon
Staatsform Königreich
Regierungsform Absolute Monarchie (1139–1820 / 1828–1834)
Konstitutionelle Monarchie (1820–1828 / 1834–1910)
Staatsoberhaupt König
Regierungschef
– 1834 bis 1910

Premierminister
Existenzzeitraum 1139–1910
Währung
– 1139 bis 1433
– 1433 bis 1910

Portugiesischer Dinheiro
Portugiesischer Real
Nationalhymne
– 1834 bis 1910 (de facto) 1911 (de jure)

Hymno da Carta

Das Königreich Portugal ( portugiesisch Reino de Portugal) war ein Staat im Westen der Iberischen Halbinsel und bestand von 1139 bis 1910 auf dem Gebiet der heutigen Republik Portugal. Zwischen 1815 und 1825 waren Portugal und seine Kolonien im Rahmen einer Staatsreform in Vereinigtes Königreich von Portugal, Brasilien und den Algarven umbenannt worden. Die Monarchie wurde nach der Revolution vom 5. Oktober 1910 beseitigt und auch das Titularkönigreich Algarve abgeschafft.

In der Glanzzeit seiner 771-jährigen Geschichte schuf das Königreich seit 1415 eines der größten Kolonialreiche mit Besitzungen auf vier Kontinenten. Brasilien war die größte und bedeutendste Kolonie. Bereits am Ende des Königtums war das Reich auf wenige Gebiete in Afrika und Asien zusammengeschmolzen.

Gebietsentwicklung

Kernland

Karte des Königreichs von 1561

Bei der Ausrufung 1139 umfasste das Königreich Portugal etwa das Gebiet zwischen den Flüssen Minho und Tejo, mit etwa 34.000 km² im Norden des heutigen Landes. [3] Lissabon kam erst 1147 hinzu und löste 1256 die vorige Hauptstadt Coimbra als Regierungssitz ab.

Mit der Eroberung der Algarve bis 1250 war die Ausdehnung Portugals auf der Iberischen Halbinsel beendet, da Kastilien beziehungsweise Spanien weiteren portugiesischen Expansionsbestrebungen nach Norden ( Galicien), Osten ( Badajoz) und Süden ( Niebla) endgültige Grenzen setzte. Die portugiesisch-kastilischen Grenzziehungen von 1267 und 1297 stimmen praktisch mit den Festlandgrenzen des heutigen Portugals überein. Einzige Ausnahme ist das Gebiet von Olivença, das Portugal infolge des Orangen-Krieges 1801 an Spanien abtreten musste.

Ab dem 15. Jahrhundert expandierte das Königreich Portugal in Übersee und gründete mehrere Kolonien. Heute sind davon nur noch die beiden autonomen Inselregionen Madeiras und der Azoren übrig geblieben. Inklusive des Titularkönigreichs der Algarve beherrschte Portugal auf dem europäischen Festland schließlich ein Gebiet von etwa 89.000 km².

Kolonialreich

Kolonien Portugals im 16. Jahrhundert
Kolonien Portugals in seiner größten Ausdehnung um 1800

Bereits 1415 eroberten die Portugiesen unter Johann I. mit Ceuta in Marokko die erste außereuropäische Stadt. 1419 wurde Madeira durch den portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco wiederentdeckt und eingenommen, 1427 wurden die Azoren von Diogo de Silves entdeckt und erobert, die Kap Verde wurden 1445 von António Fernandes umrundet und 1456 von dem in portugiesischen Diensten fahrenden Venezianer Alvise Cadamosto entdeckt, erstmals betreten und für Portugal in Besitz genommen. Pêro da Covilhã erreichte als arabischer Kaufmann getarnt 1488 von Kalikut in Indien kommend die Handelsstadt Sofala im heutigen Mosambik.

Bartolomeu Dias umsegelte 1487/1488 als erster Europäer das Kap der Guten Hoffnung und 1498 erreichte Vasco da Gama Indien über den Seeweg. 1500 entdeckte Pedro Álvares Cabral Brasilien. Unter König Manuel I. (1495 bis 1521) erreichte damit Portugal den Höhepunkt seiner Macht. Zahlreiche Stützpunkte wurden an der Küste Afrikas, Südamerikas, Arabiens, Indiens und Südostasien gegründet. Das Handelsnetz reichte schließlich bis nach Japan. Mit Spanien einigte sich Portugal mehrmals auf eine Aufteilung der Welt, so im Vertrag von Tordesillas vom 7. Juni 1494 und im Vertrag von Saragossa vom 22. April 1529.

Die Personalunion unter dem spanischen König schwächte Portugal. Kolonialgebiete gingen an Araber und die Niederländer verloren. Auch nach der Wiederherstellung der Souveränität sank die Macht Portugals weiter. Briten, Franzosen und Niederländer verdrängten die Portugiesen immer mehr. Brasilien blieb als einzige profitable Kolonie bis ins 19. Jahrhundert in portugiesischem Besitz. Die anderen Besitzungen in Afrika und Asien wurden immer mehr zum Verlustgeschäft.

In anderen Sprachen
Bahasa Indonesia: Kerajaan Portugal
norsk nynorsk: Kongedømet Portugal
português: Reino de Portugal