Jacqueline Kennedy Onassis

Jacqueline Kennedy, 1963
Signatur von Jacqueline Kennedy

Jacqueline „Jackie“ Lee Bouvier Kennedy Onassis (* 28. Juli 1929 in Southampton auf Long Island als Jacqueline Lee Bouvier;19. Mai 1994 in New York City) war eine US-amerikanische Journalistin und Verlagslektorin. Sie war die Ehefrau des 35.  US-Präsidenten John F. Kennedy und damit vom 20. Januar 1961 bis zum 22. November 1963 die First Lady der Vereinigten Staaten.

Die in den 1960er Jahren als „Jackie Kennedy“ bekannt gewordene Präsidentengattin machte durch ihren modischen Stil und ihre Bemühungen um die Kulturförderung auf sich aufmerksam. Während ihrer zweiten Ehe mit dem 23 Jahre älteren griechischen Reeder Aristoteles Onassis, von 1968 bis zu dessen Tod 1975, verliehen ihr die Medien den Spitznamen „Jackie O.“

Leben

Kindheit und Jugend

Ihre Eltern, der irisch- und französischstämmige New Yorker Bankier John Vernou Bouvier III (1891–1957) [1] und Janet Norton Lee (1907–1989), heirateten am 7. Juli 1928 in der katholischen Kirche St. Philomena in East Hampton. [2] Der erste Bouvier, der in den USA lebte, war 1815 aus der Provence nach Philadelphia ausgewandert. Norton Lees Großeltern waren aus dem County Cork stammende Einwanderer, die sich während der Großen Hungersnot in Irland in den 1840ern in New York niedergelassen hatten.

Am 3. März 1933 kam Jacquelines Schwester Caroline Lee Bouvier (Rufname Lee, nach ihrem Großvater mütterlicherseits James T. Lee), die heute Radziwill heißt, zur Welt. Die Schwestern wurden römisch-katholisch erzogen. In den ersten Jahren wohnte die Familie in New York, wo Jacqueline 1935 eingeschult wurde, und in East Hampton auf Long Island. [3]

Die Eltern ließen sich 1940 scheiden. Die Mutter heiratete noch zweimal, ihr zweiter Ehemann war der zweifach geschiedene New Yorker Börsenmakler Hugh Dudley Auchincloss junior (1897–1976). Aus dieser Ehe hatte Jacqueline zwei Halbgeschwister, Janet Jennings Auchincloss (1945–1985) und James Lee Auchincloss (* 1947). Durch die beiden ersten Ehen ihres Stiefvaters Hugh Auchincloss hatte sie zudem drei Stiefgeschwister, Hugh D. Auchincloss III. (* 1927), Nina Gore Auchincloss (* 1935) und Thomas Gore Auchincloss (* 1937). 1947 schloss Jacqueline die Schulausbildung in Farmington (Connecticut), ab. Neben Englisch hatte sie Französisch, Italienisch und Spanisch gelernt.

Studium

Sie begann am Vassar College in Poughkeepsie, das sie bis 1949 besuchte, ein Studium in Geschichte, Literatur, Kunst und Französisch. Jacqueline Bouvier erhielt 1947/1948 den Titel Debütantin des Jahres. Sie lebte 1949/1950 für ein Jahr als Austauschschülerin in Frankreich und besuchte die Sorbonne in Paris sowie die Universität Grenoble. Später bezeichnete sie diese Zeit als das schönste Jahr ihres Lebens. [4] In ihrem Leben bevorzugte sie die französische Aussprache ihres Vornamens. Ihr Studium der Französischen Literatur beendete sie an der George Washington University. Danach absolvierte sie an der Georgetown University [1] ein Aufbaustudium in amerikanischer Geschichte.

Nachdem sie 1951 ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, fand sie eine Anstellung als Fotografin und Journalistin bei der Zeitung Washington Times-Herald; sie verdiente 42,50 US-Dollar pro Woche. Ihre Aufgabe bestand darin, zufällig ausgewählten Bewohnern in Washington D. C. originelle Fragen zu stellen, die zunehmend politischer werden sollten.

Zunächst verlobte sich Bouvier im Dezember 1951 mit dem jungen Börsenmakler John Husted; im März 1952 wurde die Verlobung aufgelöst.

Ehe mit John F. Kennedy

Jacqueline Kennedy am Tag der Hochzeit mit John F. Kennedy (Fotografie von Toni Frissell, 1953)

Ehe- und Familienleben

John F. Kennedy und Jacqueline Bouvier lernten sich im Mai 1951 [5] auf einer Dinnerparty kennen und verlobten sich im Juni 1953. [6] Sie heirateten am 12. September 1953 in Newport, Rhode Island. Die ersten Jahre ihrer Ehe verbrachten sie in Washington D. C.

John F. und Jacqueline Kennedy hatten vier Kinder: Arabella (Totgeburt 1956), Caroline (* 27. November 1957), John F. Kennedy, Jr. (* 25. November 1960; † 16. Juli 1999) und Patrick Bouvier Kennedy (Frühgeburt, * 7. August 1963; † 9. August 1963).

Die zehnjährige Ehe mit John F. war für sie nicht immer glücklich. Dies belegen ihre zahlreichen, langen und sehr persönlichen Briefe an den irischen Priester Joseph Leonard, die sie diesem im Rahmen einer seelsorgerlichen Korrespondenz ab 1950 bis zu seinem Todesjahr 1964 nach Irland sandte, und die erst 2014 auftauchten. [7]

Jacquelines Verhältnis zur Kennedy-Familie war schwierig, da sie andere Ideale hatte und unter anderem von dem in dem Clan häufig betriebenen Sport nicht viel hielt. Die Kennedy-Schwestern verliehen ihr den Spitznamen die Debütantin, Jacqueline beschwerte sich über die Manieren und den Umgangston des Clans. [8]

First Lady der Vereinigten Staaten

Wahlkampf

Im Wahlkampf von 1960, in dem John F. Kennedy für das Präsidentenamt kandidierte, spielte Jacqueline eine zwar durch ihre Schwangerschaft begrenzte, aber doch aktive Rolle. Sie beteiligte sich an Fernseh- und Zeitungsinterviews und nahm Radiokampagnen in fremden Sprachen auf. Ferner beriet sie ihren Mann in der Gestaltung seiner Reden, indem sie sich an geschichtlichen Beispielen orientierte. [1]

Schließlich konnte sich Kennedy gegen seinen Konkurrenten Nixon durchsetzen, am 20. Januar 1961 legte er seinen Amtseid als 35. Präsident der Vereinigten Staaten ab. Jacqueline Kennedy war damit die drittjüngste First Lady der USA. [6] Obwohl sie sich im Wahlkampf engagiert hatte, zeigte sie sich während der Präsidentschaft zunächst politisch desinteressiert. [9]

Einrichtung des Weißen Hauses, kulturelles Engagement

Jacqueline Kennedys erstes großes Projekt waren Veränderungen der Einrichtung im Weißen Haus. Zu diesem Zweck gründete sie im Februar 1961 ein Gremium. Sie setzte sich des Weiteren mit Leuten in Verbindung, von denen sie wusste, dass sie Gegenstände aus dem Weißen Haus aus früheren Jahren besaßen und beförderte Besitztümer ehemaliger US-Präsidenten aus dem Keller ans Licht. „Alle Leute, die das Weiße Haus besuchen, sollen darin ein Gefühl für Geschichte bekommen.“ [8]

Am 14. Februar 1962 führte sie „das amerikanische Fernsehen“ durch das Weiße Haus. Charles Collingwood vom Columbia Broadcasting System (CBS) moderierte die Führung, die über 50 Millionen Amerikaner verfolgt haben. [6] Die National Academy of Television Arts and Sciences verlieh Jacqueline Kennedy aufgrund des Erfolgs der Sendung einen Emmy-Award. [6]

Jacqueline Kennedy kümmerte sich insgesamt um einen kulturellen Anstrich mit geistigen Ansprüchen. Unter anderem gewährte sie der französischen Küche großen Einfluss in der präsidialen Umgebung. [10] Am 29. April 1962 organisierte sie ein Treffen von neunundvierzig Nobelpreisträgern im Weißen Haus und am 8. Januar 1963 eine Ausstellung der Mona Lisa in Washington. [6]

„Kennedy lobte das Dinner im Weißen Haus als die dichteste Konzentration von Wissen und Talent seit den Tagen, da Thomas Jefferson dort allein sein Essen einnahm. […] Die Leute sollten wissen, so sagte sie [Bouvier], dass auch unter ihrem Pillbox-Hütchen etwas sei.“

Öffentliche Auftritte, Stil-Ikone
Jacqueline und John F. Kennedy werden am 22. November 1963 in Dallas nach der Landung auf dem Flughafen Love Field begrüßt. (Fotografie von Cecil W. Stoughton)

Jacqueline Kennedy machte in der Öffentlichkeit vor allem durch ihre Garderobe auf sich aufmerksam. Besonders populär waren ihre Pillbox-Hüte. Bereits Ende 1960 war sie zur Bestgekleideten Frau der Welt gewählt worden. [8] Für die Anfertigung ihrer Kleider wählte sie den Hollywood-Designer Oleg Cassini aus. Er gestand ihr guten Geschmack und vor allem die Fähigkeit zu, sich mit kompetenten Menschen umgeben zu haben. [11] Jacqueline Kennedy wurde von allen First Ladys am meisten fotografiert, sie rief das größte Medieninteresse hervor. [1] Ihre geometrischen, schlicht geschnittenen Kostüme und die Pillbox-Hüte wurden von Frauen auf der ganzen Welt kopiert. [12]

Einen ihrer am meisten beachteten Auftritte hatte sie, als sie mit ihrem Mann am 31. Mai 1963 zu Charles de Gaulle nach Frankreich reiste, wo sie mit ihren Kenntnissen der französischen Sprache und ihrem Wissen über die französische Kultur beeindruckte. Im Rahmen eines Mittagessens mit der Presse anlässlich des Staatsbesuches bemerkte John F. Kennedy:

„Ich bin der Mann, der Jacqueline Kennedy nach Paris begleitete – und ich habe es genossen.“ [13]

Ermordung des Präsidenten

Nachdem Anfang August 1963 ihr jüngstes Kind Patrick zwei Tage nach der Geburt gestorben war, erschien Jacqueline Kennedy seltener in der Öffentlichkeit. Ihren ersten Auftritt nach Patricks Tod hatte sie im November desselben Jahres: Sie begleitete ihren Ehemann zum Wahlkampf nach Texas. Beim Attentat auf Kennedy am 22. November in Dallas saß sie in dem offenen Cabrio auf der Rücksitzbank links neben ihm.

Jacqueline Kennedy mit ihren Kindern Caroline und John jun. auf den Stufen des Kapitols, in dem Kennedys Leichnam aufgebahrt lag; hinter ihr Robert F. Kennedy mit seiner Schwester Patricia Lawford (24. November 1963, Fotografie von Abbie Rowe)

Ihr blutbespritztes Kostüm wollte sie in den folgenden Stunden nicht wechseln. [14] Sie trug es auch, als am selben Tag Lyndon B. Johnson in ihrer Anwesenheit als der neue Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde. Sie begründete dies damit, dass die Leute das Blut sehen sollten. Auf der Trauerfeier am 25. November entzündete sie die Ewige Flamme auf dem Arlington National Cemetery.

Der Tod ihres Mannes hatte Jacqueline Kennedy zutiefst getroffen.

“I feel more cruelly every day what I have lost — I always would have rather lost my life than lost Jack.”

„Ich empfinde jeden Tag schmerzhafter, was ich verloren habe – ich hätte schon immer lieber mein eigenes Leben verloren als Jack.“

Aus einem Brief an Joseph Leonard, Ende 1963 [15]

Nach dem Attentat auf JFK

Nach dem Auszug aus dem Weißen Haus zwei Wochen nach der Beerdigung erwarb Jacqueline Kennedy ein Apartment in der New Yorker Fifth Avenue und zog sich für ein Jahr aus der Öffentlichkeit zurück.

Im Mai 1965 weihte sie zusammen mit Königin Elisabeth II. in Runnymede, England, ein offizielles Denkmal ein, das John F. Kennedy gewidmet ist. Das Denkmal umfasst ein mehrere Hektar großes Gelände, auf dem im Jahr 1215 die Magna Carta von König John unterzeichnet worden war. Die Gedenkstätte wurde den USA von Großbritannien übereignet. Zwei Jahre später nahm Jacqueline Kennedy an der Taufe des Flugzeugträgers USS John F. Kennedy (CV-67) in Newport News, Virginia, teil.

In den späten 1960ern half sie mit, das historische New Yorker Grand Central Terminal vor dem Abbruch zu bewahren, indem sie eine Bürgerinitiative anführte.

1968 wurde Jacqueline Kennedy zusammen mit Věra Čáslavská zur Frau des Jahres gewählt. Das Ladies Home Journal wählte sie unter die 100 mächtigsten Frauen des 20. Jahrhunderts.

Ehe mit Aristoteles Onassis

Porträt von Aaron Shikler, 1970 (Ölgemälde)

Am 20. Oktober 1968 heiratete Jacqueline Kennedy auf der Insel Skorpios den 23 Jahre älteren, griechischen Großreeder und Milliardär Aristoteles Onassis (1906–1975). Mit ihren Kindern verließ sie daraufhin die USA. Durch die Heirat verlor sie ihren Anspruch auf den Schutz durch den Secret Service.

Die Öffentlichkeit reagierte irritiert, als die Hochzeit bekannt wurde. Die Bild-Zeitung veröffentlichte die Schlagzeile, Amerika habe eine Heilige verloren. Ein US-amerikanischer Kommentator bezeichnete die Heirat als schwerste Beleidigung der amerikanischen Männer seit Pearl Harbor. Auch Freunde kritisierten Jacqueline Kennedy Onassis. [8] Später rechtfertigte sie sich so: „Ich konnte nicht länger als Kennedy-Witwe leben. Es war ein Ausbruch aus der beklemmenden Besessenheit, mit der die Amerikaner mich und meine Kinder in Anspruch nahmen.“ [16]

Jacqueline und Aristoteles Onassis sahen sich selten. Onassis wurde in der Öffentlichkeit wiederholt mit Maria Callas gesehen. Jacqueline Kennedy lebte abwechselnd auf Skorpios und in Paris. Die meiste Zeit verbrachte sie mit Reisen und Einkaufen, was wiederholt zu Auseinandersetzungen des Paares führte. Onassis gab ihr infolge der hohen Ausgaben bei ihren Einkäufen den Spitznamen Supertanker, da er meinte, sie kostete ihn genauso viel wie der Kauf eines Schiffes. [14]

Onassis ließ gerade die Scheidung vorbereiten, als er am 15. März 1975 starb. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Jacqueline Kennedy mit ihren Kindern in New York. Ihr Anteil am Erbe war durch einen Ehevertrag stark eingeschränkt. Sie akzeptierte schließlich die von Christina Onassis angebotenen 27 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug verzichtete sie auf sämtliche Ansprüche in Bezug auf das Anwesen der Familie Onassis.

1975–1980

Im August 1975 gelangte Jacqueline Kennedy Onassis unfreiwillig in das US-Männermagazin Hustler. Der Paparazzo Settimio Garritano hatte sie unbekleidet auf Skorpios fotografiert. Larry Flynt kaufte die Aufnahmen und veröffentlichte sie. Ab diesem Zeitpunkt verwendeten die Medien mehr und mehr die Bezeichnung „Jackie O“.

Jacqueline Kennedy Onassis lebte in New York und Martha’s Vineyard mit dem belgischstämmigen Maurice Tempelsman (* 26. August 1929) zusammen, einem verheirateten Industriellen und Diamantenhändler. [17]

Ab 1976 arbeitete sie als Lektorin beim Verlag Doubleday. [6] Sie schätzte die Beiträge afro-amerikanischer Autoren zur US-amerikanischen Literatur und ermutigte Dorothy West, ihre Nachbarin in Martha’s Vineyard und letzte Überlebende der Harlem Renaissance, ihren Roman The Wedding zu vollenden, der 1995 veröffentlicht wurde. Dorothy West erwähnte Jacqueline Kennedys Ermutigungen in ihrem Buch.

Letzte Jahre

Grab von Jacqueline Kennedy Onassis neben John F. Kennedy

In den 1980er Jahren war sie eine wichtige Figur bei Protesten gegen einen geplanten Wolkenkratzer auf dem Columbus Circle, der große Schatten auf den Central Park geworfen hätte.

Im Januar 1994 wurde bei Jacqueline Kennedy Onassis ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Einen Tag vor ihrem Tod kehrte sie ein letztes Mal aus dem Krankenhaus nach Hause zurück. Sie starb am 19. Mai 1994 um 22.15 Uhr im Alter von 64 Jahren im Schlaf in ihrer Wohnung in 1040 Fifth Avenue. [18] Da sie in der Nacht starb, wird als Todesdatum oft auch der 20. Mai 1994 angegeben.

Ihre Beisetzung fand am 23. Mai statt. Sie wurde in Arlington neben ihrem ermordeten ersten Ehemann nach dem Ritus der katholischen Kirche bestattet. An ihrer Beisetzung nahmen die frühere First Lady Lady Bird Johnson und die damalige First Lady Hillary Clinton teil. [1] Die Grabrede hielt Präsident Bill Clinton. [19]

Ihre Grabinschrift „Jacqueline Bouvier Kennedy Onassis“ enthält sowohl ihren Geburtsnamen als auch die Namen ihrer beiden Ehemänner.

In anderen Sprachen
azərbaycanca: Jaklin Kennedi
беларуская: Жаклін Кенэдзі
беларуская (тарашкевіца)‎: Жаклін Кенэдзі
गोंयची कोंकणी / Gõychi Konknni: Jacqueline Kennedy Onassis
Bahasa Indonesia: Jacqueline Kennedy Onassis
srpskohrvatski / српскохрватски: Jacqueline Kennedy Onassis
українська: Жаклін Кеннеді