In My Country

Filmdaten
Originaltitel In My Country
Produktionsland Südafrika
Vereinigtes Königreich
Irland
Originalsprache Englisch
Afrikaans
Erscheinungsjahr 2004
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Boorman
Drehbuch Ann Peacock
Produktion John Boorman
Robert Chartoff
Kieran Corrigan
Lynn Hendee
Mike Medavoy
Musik Murray Anderson
Kamera Seamus Deasy
Schnitt Ron Davis
Besetzung
  • Samuel L. Jackson: Langston Whitfield
    – deutsche Stimme: Engelbert von Nordhausen
  • Juliette Binoche: Anna Malan
    – deutsche Stimme: Christin Marquitan
  • Brendan Gleeson: Colonel De Jager
    – deutsche Stimme: Bodo Wolf
  • Menzi Ngubs Ngubane: Dumi Mkhalipi
  • Sam Ngakane: Anderson
  • Aletta Bezuidenhout: Elsa
  • Lionel Newton: Edward Morgan
  • Langley Kirwood: Boatie
  • Owen Sejanke: Reverend Mzondo
  • Harriet Manamela: Albertina Sobandia
  • Louis Van Niekerk: Willem Malan
    – deutsche Stimme: Helmut Krauss
  • Jeremiah Ndlovu: alter Mann in Wheelbarrow
  • Fiona Ramsay: Felicia Rheinhardt
  • Daniel Robbertse: De Smidt
  • Nick Boriane: Jack Marlon
    – deutsche Stimme: Peter Flechtner

In My Country ist ein Filmdrama aus dem Jahr 2004 mit Samuel L. Jackson und Juliette Binoche in den Hauptrollen. Regisseur John Boorman thematisiert in seinem Film die Zeit, die unmittelbar nach dem Ende der Apartheid, die ihre Hochphase in den 1940er- bis 1980er-Jahren erlebte und 1994 endete, das Land erschütterte.

Das Drehbuch basiert auf Antjie Krogs halb-fiktionalen Sachbuch Country of My Skull über die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission.

Handlung

Oranje-Freistaat, Südafrika, Weihnachten 1995: Die Weißen seien zum Abschuss freigegeben, meint der Vater der Afrikaans-Dichterin Anna Malan, als Schwarze auch in dieser Nacht zum wiederholten Male ihre Ranch angreifen, um ihr Vieh freizulassen. Anna befürwortet die Veränderung und hält es für richtig, dass die Apartheid beendet wurde. Als Moderatorin für den Hörfunk nimmt sie an einer Pressekonferenz teil. Dort fällt ihr ein dunkelhäutiger Reporter der Washington Post durch seine unversöhnliche Haltung besonders auf. Bei der Anhörung, in der schwarze Mitbürger ihre Geschichte erzählen, trifft Anna den Mann wieder, er stellt sich als Langston Whitfield vor. Eine Mutter erzählt, dass man ihrem Sohn die Hände abgehackt habe, eine andere weiß bis zum heutigen Tag nicht, was mit ihrem Sohn passiert ist. Ein Mann klagt, dass man ihm die Genitalien mit Draht umwickelt, ihn nass gemacht und dann unter Strom gesetzt habe. Derjenige, der das getan hat, führt zu seiner Entschuldigung an, dass man ihm sonst seine Pension gestrichen hätte. Auch andere Täter versuchen sich damit zu rechtfertigen, dass sie schließlich nur Befehle ausgeführt hätten. Die Grausamkeit dessen, was die Menschen schildern, ist nur schwer zu ertragen.

Über Dumi Mkhalipi, der Anna vom Sender als Mädchen für alles zugeteilt worden ist, erhält Whitfield Kontakt zu Colonel De Jager, einem berüchtigten Folterer während der Apartheid. Er erklärt dem Journalisten, dass er nur getan habe, was eben habe getan werden müssen. „Inklusvie Folter?“, will Whitfield wissen, „korrekt“, lautet die Antwort. Man habe weit draußen Ausbildungslager für Askari eingerichtet. Ein Askari sei jemand, der seine Kameraden verraten habe. Man habe ihn solange gefoltert, bis man ihn dazu gebracht habe, die Seiten zu wechseln. Askari seien die besten Killer gewesen, weil sie zuvor ihre Seele verkauft hätten. „Wenn man sich selbst verachtet, wird es viel leichter, andere zu verachten“, fügt De Jager erklärend hinzu.

Die Berichte Betroffener werden mit Annas Stimme über den Rundfunk im ganzen Land verbreitet. Whitfield hingegen ist erbost, dass die Berichte, die er an die Washington Post schickt, nur im hinteren Teil der Zeitung einen Platz finden. Der Anruf einer Frau, die Anna aufgrund ihrer Reportagen vertraut, führt dazu, dass man sich in die Berge begibt, wo die Tochter der Frau sich zuletzt aufgehalten haben muss. Dort findet man nur noch ein Skelett. Später erfährt Whitfield von De Jager, dass die junge Frau Informationen nicht preisgegeben habe, selbst dann nicht, als sie sich den Männern über drei Tage völlig nackt präsentieren musste und man sich an ihr vergangen habe. Sie sei selbst im Angesicht des Todes stark geblieben.

Auch Weiße berichten der Kommission von Gräueltaten. Ein Familienvater erzählt, dass man gezwungen gewesen sei zur Waffe zu greifen, da immer wieder Angriffe durch Schwarze erfolgt seien. Das habe auch dazu geführt, dass man aus Sicherheitsgründen meist im Konvoi gefahren sei. Bei einer solchen Fahrt habe er mit ansehen müssen, wie das vorausfahrende Auto seiner Frau, in dem sich auch sein dreijähriger Sohn befunden habe, über eine ausgelegte Landmine gefahren sei. Von seiner Frau und seinem Sohn sei so gut wie nichts übrig geblieben. Pieter, ein kleiner Junge, musste den Mord an seinen Eltern mit ansehen und spricht seitdem kein Wort mehr. Totenstille herrscht im Saal, als er dem Mörder seiner Eltern, der ihn um Verzeihung bittet, umarmt. Auch der als Ubuntu bekannte alte Mann hat Schlimmes zu berichten. Unter seinen schwarzen Freunden hochgeehrt, lebt er ihnen vor, dass nur Versöhnung das Land weiterbringe. Auch Whitfield ist von ihm zutiefst beeindruckt, und nimmt gerührt den Stock in Empfang, den der alte Mann ihm mit der Bitte schenkt, über seine Worte nachzudenken.

Wieder bei De Jager, hat Whitfield genug von dem Mann, der keinerlei Mitgefühl zu kennen scheint und ihm auch noch erzählt, dass er es manchmal gar nicht habe erwarten können, wieder loszuziehen, um „schwarze Kaffer“ zu erledigen. Angeekelt bemerkt Whitfield: „Wissen Sie, wer Sie davor schützt, dass ich sie nicht umbringe? Ein alter schwarzer Mann mit einem Stock und eine weiße Frau, die Ihre Schuld und Schande auf sich genommen hat.“ Als er sich zum Gehen wenden will, rückt De Jager doch noch mit einer interessanten Information heraus. Er könne beweisen, dass die damals Mächtigen, genau gewusst hätten, was im Land ablief. Er verweist auf eine Farm zu der fast jedes Wochenende Generäle und sonstige Entscheidungsträger aus Pretoria gekommen seien, um sich zu amüsieren. Zusammen mit Anna schaut Whitfield sich diese Farm des Grauens an, die über alle nur möglichen Folterwerkzeuge verfügt.

Auf dem Gelände selbst machen sie eine schreckliche Entdeckung, über die dort zahlreich vergrabenen Leichen machen sich Wildschweine her. Die Zeitungen greifen dieses Thema auf und sehen es als erwiesen an, dass hohe Regierungsbeamte in Mord und Totschlag verwickelt sind. De Jager hat damit seine Vorgesetzten erfolgreich bloßgestellt, wird aber selbst angeklagt. Seine Zuversichtlichkeit, dass er unter die Amnestie falle, weicht Fassungslosigkeit, als man ihm dies verweigert und verkündet wird, dass gegen ihn ein Prozess wegen Tötung in 63 Fällen angestrengt wird. Im Gerichtssaal bricht daraufhin Jubel aus. Als Anna von De Jager wissen will, wieso er glauben konnte, das Richtige getan zu haben, hält er der Fassungslosen entgegen, sie solle ihren Bruder fragen. Als sie eine Antwort von ihm will, erwidert er tonlos, er habe Blut an seinen Händen, damit sie alle hätten ruhig schlafen können und hält ihr entgegen: „Du hast es gewusst Anna, wir alle haben es gewusst.“ Kaum hat Anna den Stall verlassen, fällt ein Schuss. Am Tag der Beerdigung ihres Bruders erzählt Annas Mutter ihr, dass sie deren Vater nie von ihrer Liaison in Paris erzählt habe. Doch die Lüge habe ihnen etwas genommen. „Selbst wenn die Wahrheit nicht bekannt ist, Anna, ist ihre Wirkung vorhanden. Keine Lügen mehr Anna, keine Lügen.“

Anna nimmt das zum Anlass, ihrem Mann zu erzählen, dass sie mit Whitfield geschlafen hat, was ihn sehr aufwühlt. Ein letztes Mal trifft sie sich mit dem Journalisten, um sich zu verabschieden. Whitfield wird nur wenig später Zeuge, wie zwei Schwarze Dumi in den Bauch schießen und erklären, man müsse nicht um ihn weinen, er habe zu denen gehört, die damals unter den Verrätern gewesen seien.

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