Gegenseitige Hilfe

Gegenseitige Hilfe ist ein ethisches Verhaltensprinzip, an dem sich ein bestimmtes solidarisches Verhalten unter Menschen orientiert. Dieses Prinzip spielte in der frühsozialistischen Arbeiterbewegung Frankreichs eine Rolle und ist nach dem russischen Naturforscher und Anarchisten Pjotr Alexejewitsch Kropotkin auch in der Tierwelt wirksam als ein Verhalten, das sich in der Evolution bewährt hat. Aktuell wird dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe in den Diskussionen um eine solidarische Ökonomie Wert zugemessen.

Mutualismus

Der Mutualismus als Prinzip der Gegenseitigkeit spielt sowohl in der Biologie ( biologischer Mutualismus) als auch in der Ökonomie ( ökonomischer Mutualismus) eine Rolle.

Im Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts bildeten in Lyon die Heimweber solidarische Organisationen der gegenseitigen Hilfe, die sich selber Mutualisten nannten und die Basis für frühsozialistische Aufstände bildeten. Anknüpfend an die Lyoner Tradition, die Pierre-Joseph Proudhon 1843 persönlich kennenlernte – und wahrscheinlich auch angeregt durch eigene Erlebnisse an der Ecole mutuelle, einer Privatschule, an der sich die Kinder gegenseitig, das heißt die Älteren die Jüngeren, unterrichteten – übernahm Proudhon das Prinzip des Mutualismus als theoretische Grundlage seiner Sozialismuskonzeption.

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