Francisco Franco

Porträtaufnahme Francisco Francos in der Uniform des Generalissimus, 1969 in Argentinien
Unterschrift Francisco Francos

Francisco Franco [fɾanˈθisko ˈfɾaŋko], voller Name Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo (* 4. Dezember 1892 in Ferrol, Galicien; † 20. November 1975 in Madrid), war ein spanischer Militär und von 1936[Anmerkung 1] bis 1975 Diktator des Königreiches Spanien.[Anmerkung 2]

Unter seiner Führung führten konservativ-monarchistische Militärs mit Unterstützung des faschistischen Königreiches Italien und des nationalsozialistischen Deutschen Reichs im Juli 1936 einen Staatsstreich gegen die im Februar 1936 demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens durch. Zuvor hatte Franco als Militär bis 1931 unter der Monarchie und später in der Zweiten Spanischen Republik eine langjährige Karriere zurückgelegt und war am 3. Februar 1926 zum General ernannt worden. Seine Laufbahn begann 1904 und war durch die Niederschlagung mehrerer Aufstände geprägt. Als Legionär in Afrika war Franco 1926 maßgeblich für die Zerschlagung der aufständischen Rif-Republik verantwortlich, 1933 konnte er als Berater verschiedener Kriegsminister eine Anarchistische Revolution unterbinden und 1934 im Fürstentum Asturien einen Bergarbeiterstreik beenden, was ihm die Anerkennung rechter und monarchistischer Kreise einbrachte und einen schnellen politischen Aufstieg als Führer der Nationalisten ermöglichte. Seine Erfolge in Afrika in den 1920er Jahren verschafften ihm in Spanien zumindest bis 1934 enorme Popularität. 1935 wurde er zum Generalstabschef des Heeres ernannt.

Franco regierte nach seinem Militärputsch, der 1936 den Spanischen Bürgerkrieg auslöste, ab 1939 diktatorisch. Er ließ in seinen ersten Herrschaftsjahren im Zuge einer nationalistischen und traditionalistischen Doktrin Autonomiebestrebungen in den spanischen Regionen unterdrücken, mehrere hunderttausend vermeintliche und tatsächliche Gegner exekutieren[1][2] und rund 1,5 Millionen politische Häftlinge in insgesamt 190 verschiedene Konzentrationslager internieren.[3][4][5][6][7] In den afrikanischen Kolonien entrechtete er während des Zweiten Weltkriegs kurzzeitig Teile der Einheimischen, förderte die Einwanderung spanischer Siedler, baute die koloniale Verwaltung weiter aus und genehmigte den Gebieten nur begrenzt politische Selbstbestimmung. Sein Herrschaftssystem wird ebenso wie die zugrundeliegende Ideologie als Franquismus bezeichnet und lässt sich in die Phasen primer franquismo (die Jahre 1939–1959), segundo franquismo (1959–1969) und tardofranquismo (1969–1975) unterteilen. Im Jahre 1947 führte er in Spanien gesetzlich die Monarchie wieder ein, ohne allerdings einen König zu ernennen.[8] Franco blieb bis zu seinem Tode insgesamt 39 Jahre lang als Regent Staatsoberhaupt und bis 1973 Regierungschef des Königreiches Spanien. Während er im Zweiten Weltkrieg die Neutralität seines Landes wahren konnte und sich weigerte, auf der Seite der Achsenmächte in den Krieg einzutreten, gehörte er im Kalten Krieg zu den führenden europäischen antikommunistischen Persönlichkeiten und verfolgte eine restriktive Außenpolitik gegenüber der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten. Als nomineller Oberbefehlshaber der Spanischen Streitkräfte führte er in den Kolonien Ifni (Ifni-Krieg) und Spanisch-Sahara (Grüner Marsch) zwei Kolonialkriege gegen das aufstrebende Königreich Marokko und trat bis 1968/69 entschlossen der Dekolonisation der spanischen Besitzungen des afrikanischen Kontinentes entgegen.

Die symbolische Intervention Spaniens im Koreakrieg[9] und im späteren Vietnamkrieg[10] zugunsten der Vereinigten Staaten, die sich mit wirtschaftlicher und politischer Unterstützung in den späten 1950er Jahren revanchierten, beendete die seit dem Ende des Weltkrieges anhaltende erzwungene Isolierung Spaniens und legitimierte das Franco-Regime international. Nach wirtschaftsliberalen Reformen kam es in den 1960er Jahren unter Francos Herrschaft in Spanien zum größten Wirtschaftswachstum im 20. Jahrhundert; dies machte das Land zu einer der weltweit größten Volkswirtschaften.[11] Am 22. Juli 1969 ernannte Franco den späteren König Juan Carlos I. zu seinem Nachfolger.[12] Als strategischer Partner der Vereinigten Staaten in Südamerika hatte das franquistische Spanien in den letzten Jahren einen großen Einfluss auf die dortigen Diktaturen (beispielsweise in Chile unter Augusto Pinochet) und diente vielfach als Vorbild. Dennoch befand sich die spanische Diktatur in ihren späteren Jahren in einer innenpolitischen Krise. Die sich seit 1973 rasch zuspitzende politische, soziale und militärische Krise und die Rivalitäten der einzelnen Flügel innerhalb der seit April 1937 bestehenden Staatspartei Falange Española Tradicionalista y de las JONS untergruben auch Francos persönliche Diktatur. Um die Krise zu lösen, übernahm er wieder den vollen Oberbefehl über alle drei Teilstreitkräfte und konnte als Militärdiktator einen möglichen Umsturz oppositioneller Anhänger verhindern.

Nach Francos Tod im November 1975 begann die Übergangsphase vom Franquismus zu einer parlamentarischen Monarchie westlichen Musters (Transición). Am 15. Juni 1977 wählte Spanien zum ersten Mal seit 1936 in freien allgemeinen Wahlen ein Parlament. Nach der Absetzung des franquistischen Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro durch Juan Carlos I. wurde Adolfo Suárez neuer Ministerpräsident Spaniens und beendete das diktatoriale Regime Francos endgültig. Die Aufarbeitung der fast 40-jährigen Herrschaft Francos begann aber erst in den 2000er Jahren. Dennoch wirken in Spanien der Franquismus und die jahrzehntelange Glorifizierung der Persönlichkeit Francos durch einen in der spanischen Geschichte einzigartigen Personenkult politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich bis heute nach.[13]

Franco verwendete als Staatsoberhaupt Spaniens den Titel El Caudillo de España („Der Führer von Spanien“) durch die Gnade Gottes.[Anmerkung 3]

Inhaltsverzeichnis

In anderen Sprachen
Afrikaans: Francisco Franco
Alemannisch: Francisco Franco
aragonés: Francisco Franco
asturianu: Francisco Franco
azərbaycanca: Fransisko Franko
Bikol Central: Francisco Franco
беларуская: Франсіска Франка
беларуская (тарашкевіца)‎: Франсіска Франка
brezhoneg: Francisco Franco
čeština: Francisco Franco
Esperanto: Francisco Franco
estremeñu: Francisco Franco
føroyskt: Francisco Franco
français: Francisco Franco
Gàidhlig: Francisco Franco
interlingua: Francisco Franco
Bahasa Indonesia: Francisco Franco
íslenska: Francisco Franco
Basa Jawa: Francisco Franco
Lëtzebuergesch: Francisco Franco
lietuvių: Francisco Franco
latviešu: Fransisko Franko
македонски: Франциско Франко
Bahasa Melayu: Francisco Franco
မြန်မာဘာသာ: ဖရန်ကို
Nederlands: Francisco Franco
norsk nynorsk: Francisco Franco
português: Francisco Franco
Runa Simi: Francisco Franco
sicilianu: Francisco Franco
davvisámegiella: Francisco Franco
srpskohrvatski / српскохрватски: Francisco Franco
Simple English: Francisco Franco
slovenčina: Francisco Franco
slovenščina: Francisco Franco
српски / srpski: Франсиско Франко
українська: Франсіско Франко
Tiếng Việt: Francisco Franco
Bân-lâm-gú: Francisco Franco
粵語: 佛朗哥