Deutschnamibier

Der Begriff Deutschnamibier bezeichnet die deutschstämmigen Staatsbürger der südwestafrikanischen Republik Namibia. Sie selbst bezeichnen sich zur Abgrenzung von den anderen ethnischen bzw. sprachlichen Gruppen des Landes häufig nur als Deutsche; demgegenüber bezeichnen sie Deutsche aus Deutschland als „Deutschländer“. Teilweise bezeichnen sie sich selbst noch als Südwester oder Südwesterdeutsche, unter Bezug auf die von 1884 bis 1915 bestehende deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Viele Deutschnamibier leben heute bereits in der fünften Generation dort und haben neben der namibischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Aus Sicht des deutschen Rechts können sie daher als Auslandsdeutsche bezeichnet werden.

2011 gaben ca. 20.000 Namibier Deutsch als Muttersprache an,[1] wobei sich durch Vermischung sowohl eine ethnische Zugehörigkeit unter den circa 100.000 weißen Namibiern als auch eine sprachliche Zugehörigkeit – vor allem gegenüber Afrikaans und Englisch – statistisch nur schwer festhalten lässt. Die deutschnamibische Bevölkerung verteilt sich auf alle Landesteile mit Ausnahme der Kommunalgebiete sowie des äußersten Nordens und Caprivi. Unter anderem in den Städten Windhoek und Swakopmund ist die deutsche Sprache neben Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch eine wichtige Verkehrssprache. Neben der Sprache bleibt ein landesweiter Einfluss der Deutschnamibier vor allem in Ess- und Festkultur, Vereinswesen sowie Wirtschaftsstruktur lebendig.

Im weiteren Sinne können auch die circa 400 in der DDR aufgewachsenen und nach 1990 nach Namibia abgeschobenen schwarzen „DDR-Kinder von Namibia“ zu den Deutschnamibiern (im Sinne von „deutschsprachigen Namibiern“) gezählt werden; mit den Nachkommen der deutschen Kolonisten haben sie ansonsten jedoch wenig gemeinsam.