Cyanwasserstoff

Strukturformel
Struktur von Cyanwasserstoff
Allgemeines
Name Cyanwasserstoff
Andere Namen
  • Ameisensäurenitril
  • Blausäure
  • Cyanwasserstoffsäure
  • Formonitril
  • Hydrogencyanid
  • Zyklon [1]
Summenformel HCN
Kurzbeschreibung

farblose, nach Bittermandeln riechende Flüssigkeit [1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 74-90-8
PubChem 768
Wikidata Q26075
Eigenschaften
Molare Masse 27,03 g· mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,69 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

−13 °C [1]

Siedepunkt

26 °C [1]

Dampfdruck

817 h Pa (20 °C) [1]

pKs-Wert

9,40 [2]

Löslichkeit

mit Wasser vollständig mischbar [1]

Brechungsindex

1,2614 (20 °C) [3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus  Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), [4] ggf. erweitert [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 224​‐​ 300+310+330​‐​ 314​‐​ 410
P: 210​‐​ 241​‐​ 260​‐​ 273​‐​ 280​‐​ 303+361+353​‐​ 304+340​‐​ 309+310​‐​ 403+233​‐​ 405 [5]
MAK

DFG/Schweiz: 1,9 ml·m−3 bzw. 2,1 mg·m−3 [1] [6]

Toxikologische Daten
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

108,9 kJ/mol [9]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Cyanwasserstoff (Blausäure) ist eine farblose bis leicht gelbliche, brennbare, sehr flüchtige und wasserlösliche Flüssigkeit. Die Bezeichnung Blausäure rührt von der Gewinnung aus Eisenhexacyanidoferrat ( Berliner Blau) her, einem lichtechten tiefblauen Pigment. Blausäure kann als Nitril der Ameisensäure angesehen werden (der Nitrilkohlenstoff hat die gleiche Oxidationsstufe wie der Carboxylkohlenstoff), daher rührt auch der Trivialname Ameisensäurenitril.

Blausäure ist hochgiftig. Ihre tödliche Wirkung wurde in der Geschichte verschiedentlich gegen Menschen eingesetzt, vor allem bei den Massenmorden zur Zeit des Nationalsozialismus im KZ Auschwitz, und fand auch Eingang in die Literatur (Kriminalromane). Industriell wird Blausäure als Vorprodukt und Prozessstoff sowie zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Nach verbreiteter Auffassung geht von Blausäure ein charakteristischer Geruch nach Bittermandeln aus. Der tatsächliche Geruch der Substanz wird jedoch in der Literatur nicht einhellig so beschrieben und von manchen Menschen abweichend wahrgenommen, z. B. „dumpf“ oder „scharf“. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung nimmt den Geruch von Blausäure überhaupt nicht wahr (siehe auch Handhabung).

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