Carl Spitteler

Carl Spitteler 1905

Carl Friedrich Georg Spitteler (Pseudonym Carl Felix Tandem; * 24. April 1845 in Liestal; † 29. Dezember 1924 in Luzern) war ein Schweizer Dichter und Schriftsteller, Kritiker und Essayist. 1919 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Leben

Spitteler wurde als erster von drei Söhnen des aus bäuerlichen Verhältnissen stammenden protestantischen Richters und Landschreibers Karl Spitteler und seiner Frau Anna Dorothea Spitteler-Brodbeck in Liestal geboren. Sein Vater war 1848 als Liestaler Magistrat und Delegierter des Kantons Baselland an der Ausarbeitung der Schweizerischen Bundesverfassung beteiligt. [1] 1849 zog die Familie nach Bern, wo der Vater zum ersten eidgenössischen Kassier berufen worden war, 1856 wieder zurück nach Liestal. Spitteler schloss sich als Kind eng seiner jungen Mutter an, während er den Vater als autoritären Machtmenschen empfand. [2]

Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums und des Pädagogiums in Basel, wo er von seinem Lehrer Jacob Burckhardt stark geprägt wurde, trennte er sich 1864 aufgrund von Unstimmigkeiten über seine Berufslaufbahn von seiner Familie. In einer dreiwöchigen "Dionysoswanderung" zog er fast ohne Geld durch die Nord-, Nordost- und Zentralschweiz, bis er in Luzern beim Oberschreiber Julius Rüegger Zuflucht fand und dort fast zehn Monate blieb. Nach der Versöhnung mit dem Vater studierte er ab 1865 Jura in Luzern, 1867/68 protestantische Theologie in Zürich und Heidelberg, obwohl er Atheist war (In Spittelers Worten betrieb er "Theologie als Antitheolog" [3]). Einer Pfarrstelle in Graubünden entging er 1871 durch Annahme einer Stelle als Privatlehrer in der Familie eines finnischen Generals, wodurch er Kontakte zu finnischen und baltischen Adelskreisen in Sankt Petersburg und Finnland knüpfte. Seine Eindrücke aus diesem Aufenthalt flossen später in die Erzählungen Ei Ole und Das Bombardement von Åbo ein. 1879 kehrte Spitteler in die Schweiz zurück und unterrichtete bis 1881 an der Einwohnermädchenschule in Bern. Später arbeitete er als Lehrer in La Neuveville und als Journalist in Basel, unter anderem auch als Feuilletonredakteur für die Neue Zürcher Zeitung.

1883 heiratete er Maria Op den Hooff, eine frühere Schülerin. Zusammen hatten sie zwei Töchter, Anna (geb. 1886) und Marie-Adèle (geb. 1891). Eine weitere Konstante in Spittelers Leben war der Jugendfreund und spätere "Literaturpapst der Schweiz" Joseph Victor Widmann, der den jüngeren Spitteler beeinflusste, förderte und ihm zeitlebens verbunden blieb. Als Direktor der Einwohnermädchenschule in Bern und später als Feuilletonredaktor des Berner Bunds ermöglichte Widmann seinem Freund, als Lehrer und Journalist seinen Lebensunterhalt zu verdienen, bevor er als Schriftsteller bekannt wurde.

Als Spitteler 1893 durch eine Erbschaft seines verstorbenen Schwiegervaters finanziell unabhängig wurde, liess er sich in Luzern mit seiner Familie als freier Schriftsteller nieder. 1905 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich, 1915 die der Universität Lausanne. Verner von Heidenstam, Preisträger von 1916, schlug Spitteler 1919 für den Literaturnobelpreis vor, der ihm – als erstem Schweizer – im Jahr 1920 verliehen wurde, „im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos ‚Olympischer Frühling‘“. Im selben Jahr wurde er mit dem Grossen Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet. [4] Spitteler starb am 29. Dezember 1924 in Luzern und wurde auf dem städtischen Friedhof Friedental beigesetzt.

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