Carl Bosch

Dieser Artikel beschreibt den Chemiker. Für den gleichnamigen Arzt und Abgeordneten siehe Carl Bosch (Politiker)
Carl Bosch, 1931.

Carl Bosch (* 27. August 1874 in Köln; † 26. April 1940 in Heidelberg) war ein deutscher Chemiker, Techniker und Industrieller. Bosch, der zwischen 1919 und 1925 als Vorstandsvorsitzender die BASF und anschließend zehn Jahre den unter seiner Lenkung gegründeten Chemiekonzern I.G. Farben leitete, schuf mit der Entwicklung des Haber-Bosch-Verfahrens zur Herstellung von Ammoniak die Grundlage für die großtechnische Erzeugung von Stickstoffdüngern und Sprengstoffen. Basierend auf dem Haber-Bosch-Verfahren wurden 2013 über 200 Millionen Tonnen Ammoniak produziert.

Die dort gesammelten Erfahrungen mit Hochdruckverfahren bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Methanolherstellung aus Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff, der Isobutylölsynthese sowie die Entwicklung des Bergius-Pier-Verfahrens zur Herstellung von Motorenbenzin. Aufgrund seiner ingenieurwissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Hochdruckchemie bei der Entwicklung des Haber-Bosch-Verfahrens verlieh ihm die Nobelstiftung 1931 den Nobelpreis für Chemie, zusammen mit Friedrich Bergius.

Leben und Werk

Jugend und Ausbildung

Carl Bosch wurde 1874 in Köln als das erste von sieben Kindern des Ehepaars Carl Bosch senior (1843–1904), Mitinhaber der Installationsfirma Bosch & Haag in Köln, und seiner Ehefrau Paula (1851–1930) geboren. [1] Sein Onkel, der Industrielle Robert Bosch, war der 18 Jahre jüngere Bruder seines Vaters.

Nach seinem Abschluss an der Oberrealschule in Köln im März 1893 begann er ein praktisches Jahr in der Marienhütte im schlesischen Kotzenau bei Liegnitz, um seine Kenntnisse im Hüttenfach zu verbessern. Ein anschließendes Studium des Maschinenbaus und Hüttenwesens an der Technischen Hochschule Charlottenburg schloss er 1896 ab.

Bosch, der während dieser Zeit auch Vorlesungen über Chemie besuchte, begann im Sommersemester 1896 ein Chemiestudium an der Universität Leipzig, an der Wilhelm Ostwald lehrte und als einer der Begründer der Physikalischen Chemie galt. Während seiner Studienzeit trat Bosch der Burschenschaft „Cimbria zu Berlin“ bei. Er fertigte seine Dissertation „Über die Kondensation von Dinatriumacetondicarbonsäurediethylester mit Bromacetophenon“ im Arbeitskreis von Johannes Wislicenus an, wo er 1898 mit summa cum laude promoviert wurde. [2] Neben seinem Studium der Chemie widmete sich Bosch anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Neben der Bakteriologie, Mineralogie und der Naturgeschichte der Insekten beschäftigte er sich mit der Bestimmung von Pflanzen; verschiedene dieser Interessen verfolgte er sein Leben lang als Hobby. [3]

Erste Jahre in der BASF

Heinrich von Brunck, um 1901.

Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Wislicenus trat er 1899 auf Empfehlung seines Doktorvaters in die BASF ein. [4] Zunächst arbeitete Bosch im Phthalsäurebetrieb, mit dessen Ausbau er beauftragt wurde. Durch einen Zufall wurde er damit betraut, das Patent von Wilhelm Ostwald zur Darstellung von Ammoniak aus den Elementen, das dieser der BASF angeboten hatte, zu überprüfen. Bosch konnte nachweisen, dass das gebildete Ammoniak aus dem Eisennitrid des Katalysators stammte. [3]

In der Erkenntnis der begrenzten Vorräte an Chilesalpeter beauftragte Heinrich von Brunck, der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der BASF, Bosch im Jahr 1902 damit, sich der Frage der Stickstofffixierung anzunehmen. Ihm wurde Alwin Mittasch als Assistent zugeteilt. Die ersten Versuche führte Bosch mit Nitriden der Elemente Barium, Titan, Silicium und Aluminium durch. Die BASF entwickelte zu dieser Zeit auch ein Lichtbogen-Verfahren, ähnlich dem Birkeland-Eyde-Verfahren, das von den Norwegern Kristian Birkeland und Sam Eyde 1903 in Betrieb genommen wurde. Der Luftstickstoff wurde dabei mittels eines elektrischen Lichtbogens direkt zu Stickstoffmonoxid oxidiert. Im selben Jahr heirate Carl Bosch Else Schilbach; der Ehe entstammten der Sohn Carl Jr. und die Tochter Ingeborg.

1909 beauftragte die BASF Bosch damit, die zuvor von Fritz Haber entdeckte Ammoniaksynthese auf das Niveau einer Industriefertigung zu bringen. [5] Mit der Unterstützung des Vorstands und des Aufsichtsrats und unter Umgehung der Kompetenzen der verschiedenen Abteilungen richtete er zunächst eine eigene Hochdruckwerkstatt ein. [6] Parallel dazu begann sein Assistent Alwin Mittasch mit der systematischen Suche nach einem für den industriellen Einsatz geeigneten Katalysators. Schon 1910 reichten Bosch und Mittasch das Patent zur Herstellung von Katalysatoren auf Basis von Eisen ein. [7]

Erster Reaktor im Werk Oppau, 1913.

Durch die Anfangserfolge bei der technischen Umsetzung des Verfahrens, trotz Rückschläge beim Bau der ersten Reaktoren, kam es 1912 zur Gründung der Stickstoffabteilung unter Boschs Leitung. Der Abteilung gehörten neun Chemiker, ein Physiker und 126 weitere Mitarbeiter an, darunter viele Schlosser. Auch das damals neu gegründete Ammoniaklaboratorium der BASF wurde Bosch unterstellt. [5] Im selben Jahr begann die BASF mit dem Bau einer Ammoniakfabrik in Ludwigshafen, die 1913 als erste Haber-Bosch-Anlage ihre Produktion aufnahm.

Erster Weltkrieg

1914 wurde die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt Limburgerhof gegründet; im gleichen Jahr wurde das „ Salpeterversprechen“ abgeschlossen und die Produktion auf Salpeter umgestellt. 1915 konnte die Salpeterfabrik Ludwigshafen in Betrieb genommen werden. Infolge der durch die englische Blockade fehlenden Chilesalpeters, sowie der unzureichenden Kapazität des Werkes in Ludwigshafen-Oppau, zur Herstellung von Ammoniak für die Kriegsführung im Ersten Weltkrieg, wurde auf Vorschlag Boschs am 1. Mai 1916 bei Leuna mit dem Neubau des Ammoniakwerkes Merseburg begonnen. Unter Carl Boschs Leitung konnten die Leunawerke in nur neun Monaten fertiggestellt werden. Dort wurden bis zum Kriegsende ausreichende Mengen an Ammoniak produziert.

Die Arbeit Boschs bildete die Grundlage für ein äußerst gewinnträchtiges Monopol der BASF bei der Herstellung von Ammoniak zur Produktion von Dünger und Sprengstoffen. Auf Bosch geht auch ein Hochdruckverfahren zur Erzeugung von Harnstoff aus Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zurück. Bosch wurde 1916 Vorstandsmitglied der BASF.

Leuna Werke, Destillationsanlagen in der Treibstofferzeugung, 1959.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm Bosch als Wirtschaftsberater an den Waffenstillstandsverhandlungen 1918 in Spa und Versailles teil. Dort lernte er Hermann Schmitz kennen, der als Sachverständiger für Nitrate und Düngemittel an den Verhandlungen teilnahm. Bosch engagierte Schmitz als Finanzberater, der noch 1919 zum Finanzvorstand der BASF berufen wurde, eine Position, die er später auch für die I.G. Farben einnahm.

In den 1920er Jahren wurde in Leuna eine Anlage zur Kohleverflüssigung nach dem Bergius-Pier-Verfahren errichtet. Das durch Hochdruck hydrierung von Braunkohle gewonnene „Leuna-Benzin“ wurde auch „ Deutsches Benzin“ genannt. Bosch übersiedelte 1923 in die von der BASF für ihn eigens erbaute Villa Bosch im Schloss-Wolfsbrunnenweg in Heidelberg, in deren Umgebung auch weitere führende Mitarbeiter der BASF ihren Wohnsitz hatten.

1926 begann die großtechnische Kautschuk-Synthese im I.G.-Werk Buna in Schkopau.

Gründung der I.G. Farben

Arthur von Weinberg (Cassella) Carl Müller (BASF) Edmund ter Meer (WEILER-ter MEER) Adolf Haeuser (HOECHST) Franz Oppenheim (AGFA) Theodor Plieninger (GRIESHEIM-ELEKTRON) Ernst von Simson (AGFA) Carl Bosch, Vorstandsvorsitzender (BASF) Walther vom Rath (HOECHST) Wilhelm Ferdinand Kalle (KALLE) Carl von Weinberg (CASELLA) Carl Duisberg, Aufsichtsratsvorsitzender (BAYER)
Der Aufsichtsrat der 1925 gegründeten I.G. Farben AG, unter anderem mit Carl Bosch und Carl Duisberg (beide vorne sitzend)

Schon zu Beginn des Jahrhunderts und während des Ersten Weltkriegs kam es zur Bildung von Interessengemeinschaften in der chemischen Industrie, etwa 1904 die Interessen-Gemeinschaft der deutschen Teerfarbenindustrie auf Initiative von Carl Duisberg. Auf Betreiben von Bosch nahm die BASF ihre Bemühungen um einen Zusammenschluss der chemischen Großindustrie nach dem Ersten Weltkrieg wieder auf und intensivierte diese in den 1920er Jahren. Während Duisberg, der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, eine Holdingstruktur befürwortete, strebte Bosch einen Zusammenschluss der Firmen an.

Am 2. Dezember 1925 erreichte Bosch sein Ziel mit der Gründung der „Interessengemeinschaft Farbenindustrie“, kurz I.G. Farben, durch Fusion der BASF mit den Firmen Hoechst, Bayer, Agfa, den Teerfarbenfabriken Dr. E. ter Meer & Cie und Griesheim-Elektron zum damals größten Chemiekonzern der Welt. Vorstandsvorsitzender der I.G.Farben wurde Carl Bosch, Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Carl Duisberg.

Zeit des Nationalsozialismus

Die Villa Bosch in Heidelberg, seit 1923 Wohnsitz der Familie Carl Bosch.

Bosch hatte eine zwiespältige Einstellung zum Nationalsozialismus. Anfänglich sagte er über Hitler: „Den braucht man ja nur anzusehen, um Bescheid zu wissen“ und drückte so seine Ablehnung gegen Hitler aus. Später lobte er Hitler wiederum als „den Mann, der als erster die Arbeitslosigkeit als Kardinalproblem der Wirtschaftsnot klar erkannt habe und als einziger Maßnahmen zur Überwindung durchführte“. 1926 herrschte in den Leuna-Werken das Problem, dass die Herstellung des Benzins teurer war als die Einführung von normalem Benzin. Adolf Hitler gewährte daraufhin Schutzzölle, um das deutsche Benzin konkurrenzfähig zu halten. Hitlers Feststellung, der synthetische Treibstoff sei „für ein politisch unabhängiges Deutschland zwingend notwendig“, kommentierte Bosch mit den Worten: „Der Mann ist ja vernünftiger, als ich dachte.“ [8]

In einer Stellungnahme mit dem Titel Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg schrieb Bosch 1933, dass „zum ersten Male seit dem Kriege eine deutsche Regierung nicht nur Versprechungen macht, sondern auch handelt“. Er befürwortete insbesondere die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung und die Senkung der Steuerlast. Sein Unternehmen profitierte auch von den Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches. Bosch unterstützte somit Hitler, um seine Forschungen finanziell abzusichern und seine persönlichen Interessen voranzutreiben, und verkündete zunehmend, dass er das Regime schätze. Andererseits war kein Mitglied der I.G. Farben-Führung bis 1933 Parteimitglied der NSDAP. [9] Carl Bosch gehörte aber 1933 zu den Gründungsmitglieder der Akademie für Deutsches Recht. [10]

Die I.G. Farben, die Bosch als Vorstandsvorsitzender leitete, unterstützte 1933 die NSDAP im Wahlkampf mit 400.000 Reichsmark – die höchste Einzelspende der deutschen Wirtschaft für diese Partei in diesem Jahr –, um damit dem später geschlossenen Vertrag über eine Lieferung von 350.000 Tonnen Hydrierbenzin den Weg zu bereiten. Die Autarkiebestrebungen der Nationalsozialisten für ein von Rohstoffen unabhängiges Deutschland sowie der Beginn der Rüstungswirtschaft förderten beziehungsweise retteten Boschs Lieblingsprojekte, die Herstellung von synthetischem Kautschuk ( Buna) und synthetischem Benzin. Der I.G. Farben drohte aufgrund fehlender Rentabilität 300 Millionen Reichsmark Verlust.

Andererseits war Bosch gegen das NS-Regime eingestellt. Die finanzielle Beteiligung der I.G. Farben an einem Wahlfonds für Hitler kam gegen seinen Willen zustande. Ende Februar 1933 hatte Hermann Göring Bosch persönlich zu einer Besprechung eingeladen, zu welcher er jedoch nicht hinging. Ein Vertreter der I.G. Farben, der an seiner Stelle zu der Besprechung gegangen war, berichtete Bosch anschließend. Unerwartet war Hitler bei dem Treffen aufgetaucht und hielt eine lange Rede. Anschließend überraschte Hjalmar Schacht die Versammlung mit der Aufforderung, einen Wahlfonds von drei Millionen Mark für Hitler zu zeichnen. Der Vertreter der I.G. Farben konnte sich nicht als einziger davon ausschließen. Als Carl Bosch davon erfuhr, schwieg er und zuckte nur mit den Schultern, was stets ein Zeichen war, dass ihm etwas missfiel. Bosch hat hinterher kein Hehl daraus gemacht, wie wütend er über diesen Vorgang war und für wie falsch er diese Unterstützung hielt. Er stand aber vor einer vollendeten Tatsache und konnte nichts mehr ändern. [11] 1934 wurde der Pressechef der I.G. Farben, Heinrich Gattineau, im Zuge einer „Säuberungsaktion“ anlässlich des Röhm-Putsches verhaftet. Nach seiner Haftentlassung fuhr Gattineau zu Bosch, der die mögliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit den Worten „Natürlich bleiben Sie auf Ihrem Posten!“ vom Tisch kehrte.

Carl Bosch lehnte insbesondere die antisemitische Gesetzgebung ab und setzte sich für den Verbleib jüdischer Wissenschaftler in Deutschland ein. Als deutschnational eingestellter Industrieller lehnte Bosch die Machtergreifung zuerst nicht ab, machte aber die Erfahrung, dass Hitler rationalen Argumenten nicht zugänglich war. Aus diesem Grund hatte er kein besonders gutes Verhältnis zu Hitler.

Er bot seinem Kollegen Fritz Haber Hilfe an, als dieser 1933 vertrieben wurde und viele Fachkollegen sich von ihm abwandten. Zu einer von Max Planck organisierten Feier anlässlich Habers Todestag im Januar 1935 erschien Bosch mit allen verfügbaren Direktoren der I.G. Farben; den an den Universitäten angestellten Wissenschaftlern hatte der Reichserziehungsminister Bernhard Rust die Teilnahme per Dekret verboten. [12] Bosch ließ die Entlassung aller nicht- arischen Mitarbeiter aus der I.G. Farben erst spät zu. Dies geschah auf Druck von NS-Gesetzen, durch Denunziationen (Anschwärzungen) aus den eigenen Betrieben und aus Angst vor Enteignung als jüdisches Unternehmen.

Im Kontrast zu den Arrangements mit den Nationalsozialisten stehen Carl Boschs zahlreiche, letztendlich vergebliche Versuche, der nationalsozialistischen Judenpolitik entgegenzutreten und sich für einzelne jüdische Bürger einzusetzen. Dazu zählten insbesondere Kollegen Boschs, Chemiker und Mitarbeiter der I.G. Farben, darunter etwa auch der Nobelpreisträger Fritz Haber, der 1933 alle seine Funktionen in der deutschen Wissenschaft verlor und 1934 im Exil starb. Bosch sah in der Unterdrückung und Entlassung jüdischer Wissenschaftler ein großes Problem und kritisierte die wissenschaftsfeindliche NS-Politik.

Er forderte wiederholt die Förderung der Wissenschaft und Bildung durch Staat und Industrie, wobei ihn sein internationales Ansehen vor politischen Sanktionen bewahrte. Er vertrat die Meinung, dass auch parteipolitisch wichtige Positionen in Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft mit Fachleuten aus diesen Bereichen besetzt werden müssen und nicht mit fachfremden NS-Politikern. Damit verband er die Hoffnung, das Schlimmste verhindern zu können. Er bemerkte zu spät, dass diese Hoffnung falsch war und er an den Verbrechen des NS-Regimes mitschuldig wurde. [13] Es wird berichtet, dass Bosch bei einem Treffen mit Hitler seine Judenpolitik angegriffen habe. Er warnte Hitler, dass die Vertreibung jüdischer Wissenschaftler die deutsche Physik und Chemie um hundert Jahre zurückwerfen werde. Da begann Hitler zu schreien: „Dann werden wir hundert Jahre lang ohne Physik und Chemie arbeiten!“ Dann klingelte er nach seinem Adjutanten und erklärte mit übertriebener Höflichkeit, dass der Geheimrat (Carl Bosch) zu gehen wünsche. [14] [15] Beide Verhaltensmuster – Unterstützung des NS-Regimes, wenn es um wirtschaftliche Dinge ging, andererseits Ablehnung insbesondere der Judenpolitik bei persönlicher Betroffenheit – zeichnen Boschs zwiespältige Haltung aus. [13]

Letzte Jahre

Hermann Schmitz, 1931.

1935 gab Bosch auf Druck des NS-Regimes seinen Chefposten im Vorstand der I.G. Farben an das NSDAP-Mitglied und den Wehrwirtschaftsführer Hermann Schmitz ab. [16] [A 1] Bosch kannte Schmitz bereits aus der Zeit der Versailler Verhandlungen und hatte Schmitz, damals Vorstandsmitglied der Metallbank, als Finanzchef zur BASF geholt. Er selbst übernahm als Nachfolger des verstorbenen Carl Duisberg den Vorsitz des Aufsichtsrats, womit er gleichzeitig das Amt des Verwaltungsratsvorsitzenden des I.G.-Konzerns innehatte.

1937 übernahm er von Max Planck die Präsidentschaft der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. [12] 1939 begann in Zusammenarbeit mit DuPont die Entwicklung von Nylon und Perlon.

Carl Boschs Grab auf dem Bergfriedhof Heidelberg in der Waldabteilung B

Bosch war, nicht zuletzt aufgrund des Verlustes seines Chefpostens und der politischen Entwicklung in Deutschland, schwer depressiv und unternahm 1939 einen Suizidversuch. Er verstarb ein Jahr später, am 26. April 1940, in Heidelberg. Die Grabanlage der Familie befindet sich auf dem Bergfriedhof Heidelberg in der Waldabteilung B, hoch über der Stadt auf einer Kanzel, mit freiem Blick in die Rheinebene.

1998 eröffnete am Schloss-Wolfsbrunnenweg in Heidelberg das Carl Bosch Museum Heidelberg.

Der ehemalige Wohnsitz von Carl Bosch, die Villa Bosch, beherbergt heute die Klaus Tschira Stiftung.

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