Cantigas de Santa Maria

Lautenist. Illustration aus den Cantigas de Santa Maria.

Die Cantigas de Santa Maria (etwa: Lieder für die heilige Maria, abgekürzt: CSM) sind eine der größten Sammlungen von Liedern des Mittelalters. Sie sind in Galicisch-Portugiesisch, einer der mittelalterlichen Sprachen der Iberischen Halbinsel, verfasst und wurden während der Herrschaft und wahrscheinlich im Auftrag von König Alfons X. (1221–1284) gesammelt.

Inhalt

Musiker mit Einfachrohrblattinstrumenten, die aus drei verbundenen Schallröhren bestehen. Illustration aus den Cantigas de Santa Maria.

Die Cantigas bestehen aus 420 Gedichten meist mit Mensuralnotation, welche vor allem dem Lobpreis der Jungfrau Maria dienen. Viele Lieder sind mit teils aufwändigen Miniaturen verziert. 357 dieser Lieder erzählen dabei von den Wundern der heiligen Maria. 63 weitere beschäftigen sich mit der Lehre Mariens und mit Marienfestlichkeiten. Die Lieder unterscheiden sich dabei untereinander sehr stark in ihrer Metrik. Am häufigsten sind Virelai und Rondo vertreten.

Alfonsos Projekt ist dabei nicht nur eine bloße Ansammlung von Liedern und Wunderberichten, sondern ein kulturelles Projekt von großer Bedeutung für die mittelalterliche Literatur, Musik und Kunst. Ihre Vollendung nahm den Großteil seiner Amtszeit in Anspruch (1252–1284). Er sah sie als ein wichtiges Mittel zu seinem politischen Überleben und seinem persönlichen Seelenheil.