Caesarea (Mossad-Sondereinheit)

Caesarea [1] [2] war der Name einer Sondereinheit des israelischen Geheimdienstes Mossad, die mit der Ermordung der Geiselnehmer und Hintermänner der Geiselnahme von München im Jahr 1972 beauftragt war. Caesarea gelang es, mehr als 20 so genannte Zielpersonen (mutmaßliche Verantwortliche für das Attentat) zu töten, wobei umstritten ist, inwieweit es sich dabei tatsächlich um Verantwortliche für das Olympia-Attentat handelte. Erster Kommandeur der Spezialeinheit Caesarea war der spätere Ministerpräsident und höchstdekorierte Soldat der IDF Ehud Barak. Caesarea hat mutmaßlich noch in den 1990er Jahren Exekutionen durchgeführt und stellte diese offiziell erst 1994 mit der Unterzeichnung des ersten Oslo-Abkommens ein. [3]

Bei den Aktionen kamen auch Unschuldige zu Tode. So wurde am 21. Juli 1973 der völlig unbeteiligte Ahmed Bouchiki in Lillehammer getötet, weil man ihn mit dem gesuchten Ali Hassan Salameh verwechselt hatte. Bei der späteren Liquidierung von Salameh durch eine Autobombe in Beirut wurden vier seiner Leibwächter und vier unbeteiligte Passanten getötet. Ob von den drei Attentätern, die die missglückte Befreiungsaktion der deutschen Polizei während des Olympia-Attentats überlebten und kurz nach ihrer Festnahme mittels einer Flugzeugentführung freigepresst wurden, einige von Caesarea liquidiert werden konnten, ist unklar.

Die von Caesarea durchgeführten Operationen wurden öffentlich auch unter den nicht vom Mossad vergebenen Namen „Operation Wrath of God“ [4] (Zorn Gottes) bzw. „Operation Bayonet“ [5] (Bajonett) diskutiert. – Die Sondereinheit Caesarea ist in der Abteilung Kidon aufgegangen.

Auftrag

Offizielles Ziel der Operationen war zum einen die Satisfaktion der Hinterbliebenen, die nach Liquidationen häufig mit anonymen Telefonanrufen aufgefordert wurden, sich die Nachrichten anzuhören, in denen sie dann von der Tötung eines Attentats-Verantwortlichen erfuhren. [6] Darüber hinaus wird von israelischen Offiziellen immer wieder die beabsichtigte Abschreckungswirkung betont. Offensichtlich ist, dass die Vergeltungsaktionen auch zur Bewältigung der Traumatisierung der israelischen Bevölkerung und zur Wiederherstellung eines Sicherheitsgefühls dienen sollten.

Zunächst wurde eine Liste aller direkt und indirekt an dem Olympia-Attentat Beteiligten aufgestellt. Dies gelang mit von befreundeten europäischen Geheimdiensten gelieferten Informationen. [7] Von den Namen der ersten Liste sind bis heute 14 Personen bekannt geworden, allerdings wird davon ausgegangen, dass die endgültige Liste der Zielpersonen 20 bis 35 Mitglieder des Schwarzen Septembers und der PLO umfasste. [8]

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