Barbara Tuchman

Barbara Tuchman mit William L. Shirer (links) und John Eisenhower (rechts) auf der Conference on Research and World War II and the National Archives, 14.–15. Juni 1971

Barbara Wertheim Tuchman [ ˈtʌkmən] (* 30. Januar 1912 in New York City; † 6. Februar 1989 in Greenwich, Connecticut) war eine US-amerikanische Reporterin und Historikerin.

Leben

Barbara Wertheim war die Tochter des New Yorker Privatbankiers Maurice Wertheim und Alma Morgenthau, einer Tochter von Henry Morgenthau senior. Sie besuchte das bekannte Radcliffe College bis 1933, studierte an der Yale und an der Columbia University in New York und promovierte. [1] Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Forschungsassistentin am Institut für pazifische Beziehungen in New York, bevor sie 1936 zur Nation, der ältesten Wochenzeitung der USA, wechselte. Diese wurde von ihrem Vater Maurice Wertheim herausgegeben. Tuchman wurde Auslandskorrespondentin und ging nach Madrid, von wo sie über den Spanischen Bürgerkrieg berichtete. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie außerdem noch kurzzeitig als Korrespondentin für den New Statesman. 1940 kehrte sie nach New York zurück und heiratete den Internisten Lester Reginald Tuchman (1904–1997). Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, darunter Jessica Tuchman Mathews (* 1946), seit 1997 Präsidentin des Carnegie Endowment for International Peace.

Mit ihrem 1962 erschienenen Buch The Guns of August (deutscher Titel: August 1914), einer Arbeit über den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, gewann sie 1963 ihren ersten Pulitzer-Preis. Das Buch schildert eindringlich die Fehleinschätzungen und Irrtümer, mit denen Generäle und Staatsmänner Europas in den Abgrund des Ersten Weltkriegs marschierten. [2]

Den zweiten Pulitzer-Preis erhielt sie 1972 für Stilwell and the American Experience in China, 1911–1945. 1978 wurde sie in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. Einen großen kommerziellen Erfolg feierte sie mit ihrem Werk Der ferne Spiegel, einer Beschreibung des 14. Jahrhunderts in Form einer Biografie des französischen Adeligen Enguerrand VII. de Coucy. Kurz vor ihrem Tod wurde Der erste Salut veröffentlicht. Der Titel der Monographie bezieht sich auf die ersten Salutschüsse von Sint Eustatius vom 16. November 1776, durch die Schiff und Flagge der damals noch abtrünnigen „Vereinigten Staaten von Amerika“ durch den niederländischen Gouverneur Johannes de Graaff erstmals zwischenstaatliche Anerkennung erfuhren.

Barbara Tuchman starb am 6. Februar 1989 an den Folgen eines Schlaganfalls.

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