Ambivalenz

Ambivalenz (lat. ambo = „beide“ und valere=„gelten“) bezeichnet einen Zustand psychischer Zerrissenheit. Dabei bestehen in einer Person sich widersprechende Wünsche, Gefühle und Gedanken gleichzeitig nebeneinander und führen zu inneren Spannungen.[1]

In der gehobenen Umgangssprache gebräuchlicher ist das Adjektiv ambivalent (zwiespältig, doppelwertig, mehrdeutig, vielfältig). Eugen Bleuler verwendete den Begriff erstmals 1910 während eines Vortrags. Für ihn war die Ambivalenz ein Hauptsymptom der Schizophrenie.[2] Gleichwohl stellt Ambivalenz im Regelfall kein Symptom einer Erkrankung dar, sondern ist die im Reifeprozess erworbene Fähigkeit, auf Abwehr durch Spaltung verzichten und gegensätzliche Erlebenszustände gleichzeitig ertragen zu können.

Im übertragenen Sinn wird mit Ambivalenz – unabhängig von einem pathologischen Verständnis des Begriffs – eine Haltung oder Vorgehensweise bezeichnet, die bisweilen mit dem Prinzip eines „sowohl als auch“ unterschiedliche, auch gegensätzliche Theorien, Konzepte, Methoden etc. benennt, die sich in der Entwicklung der Tätigkeit und Einstellung einer einzelnen Person oder Gruppe ausdrücken kann.

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