Adrar (Region)

Adrar (arabisch ولاية أدرار, DMG Wilāyat Adrār) ist die 7. Verwaltungsregion von Mauretanien. Die Region wird geographisch geprägt vom Hochland des Adrar-Plateaus.

Adrar bedeutet in Berbersprachen „Berggebiet“; die Bezeichnung Adrar Temar dient zur Unterscheidung des weiter südöstlich in der Sahara gelegenen Bergmassivs Adrar des Ifoghas.[1] Die Hauptstadt der Region ist Atar, weitere Städte sind Choum, Chinguetti und Ouadane. Adrar gliedert sich in die drei Départements Atar, Aoujeft und Chinguetti.

Sie grenzt an der Westsahara und an Tiris Zemmour nördlich, Mali und Hodh Ech Chargui vom Osten, Trarza und Tagant vom Süden und an Inchiri im Westen.

Geschichte

Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde erstmals über Dörfer im Adrar berichtet. Das Gebiet lag im Zentrum des Siedlungsraumes der Sanhadscha, der sich von Südmarokko bis zum Flusstal des Senegal erstreckte. Der Portugiese Pacheco Pereira berichtete 1506–08, dass es neben dem, nach der Legende bereits Mitte des 12. Jahrhunderts gegründeten Ort Wadan (Ouadane) die Dörfer Sinqit (Chinguetti), Tynyguuhy (Tinigi, das bis ins 17. Jahrhundert bestand) und Marzy gegeben habe. Der letztgenannte Ort konnte bisher nicht identifiziert werden.[2]

Sanddünen (Erg) mit Akazien

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstand das Emirat von Adrar aus der politischen Einheit der zwei Stämme Awlad Ammani und Awlad Agchar. Es ist auch als Emirat von Ahya min Uthman bekannt, benannt nach der Gruppe der Stämmen Hassans, die das Emirat bildeten. Der kriegerischste Stamm dieses Emirates, den man oft im Zentrum der Macht wiederfindet und der die emiratischen Hinterlassenschaften regelt, ist der Stamm Awlad Gaylan. Der Adrar war bis ins 20. Jahrhundert eines der stärksten Emirate der Region und lange Zeit die unerreichbare Burg der Mauren und das Zentrum der Unabhängigkeitskämpfer um Ma el-Ainin gegen die französischen Kolonialmacht.

Neben den kriegerischen Stämmen spielten religiöse Stämme in der Bildung, der Politik, der Landwirtschaft und im Handel wichtige Rollen u. a. die Idawali, Idawalhaj, Ismacid, Kenta, Ahel Shayh Mohamed Fadel und andere, die größtenteils in den Oasen ihren Aktivitäten nachgingen.

Das Emirat hatte seinen Höhepunkt im 19. Jahrhundert unter Ahmed Ould M'Hammed und wurde im Jahre 1933 von den französischen Kolonialisten aufgelöst.

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